Posted On 29/05/2019 By In News/ Berichte, Uncategorized With 1593 Views

Eau Rouge begeistert Formel Vau-Piloten

Der 3. Und 4. Lauf der DMV Formel Vau führte die Piloten der Historischen Formel Vau Europa auf eine der wohl berühmtesten Rennstecken der Welt. Kurz zuvor war Formel Vau-Legende Niki Lauda verstorben, so widmete der Club die Läufe dem dreimaligen Weltmeister.

Schon beim freien Training am Freitag zeigte sich, dass die 7 Kilometer lange Strecke eine echte Herausforderung für Mensch und Maschine ist. Die Mutkurven „Eau Rouge“, „Blanchimont“ und „Pouhon“ sind etwas für Könner. Und die langen Vollgas-Passagen fordern die zum Teil 50 Jahre alte Technik der Formel Vau-Boliden.

So war die Ausfallquote nach dem freien Training dann recht hoch. Einige der schnellen wassergekühlten Super Vaus, allesamt vom Super Vau-Experten Oswin Büchl betreut, verabschiedeten sich mit einem mysteriösen Ölstopfen-Problem. Offensichtlich hatte Oswin bei der turnusmäßigen Motorrevision eine Charge defekter Stopfen erwischt. So konnte auch Büchl, diesesmal im VeeMax unterwegs, keine Zeit setzen. Schrecksekunde für Robin Kluth: Ihm  brach beim Anbremsen auf die Schikane nach La Source die Hinterradaufhängung und er beschädigte beim folgenden Einschlag das Heck seines Hick. Da wegen der Ausfälle doch einige Fahrzeuge an der Stecke standen, musste das Training immer wieder abgebrochen werden. Restarts gehen dabei normalerweise immer zu Lasten der Fahrzeit. Die Rennleitung entschied aber die verlorene Zeit ans Ende anzuhängen. So dauerte das freie Training insgesamt 50 Minuten … Danke an die Verantwortlichen!

Am Samstag morgen sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Oswin Büchl hatte eine schnelle Lösung für das „Stopfen-Gate“ gefunden, sodass auch fast alle Super Vaus wieder dabei sein konnten. An der Spitze fanden sich „alte Bekannte“. Der gewohnt schnelle Dirk Kornmeyer setzte seinen March auf Pole (2:48:415), gefolgt von Rüdiger Mager (2:50:122) und Markus von Haken (2:50:523), beide Lola. Schnellstes Klasse 7 Fahrzeug wurde Routinier Manfred Benniger auf Position 6, den schnellsten luftgekühlten Super Vau (Klasse 4) pilotierte Marko Wittkuhn auf Rang 10. Schnellster Zweivergaser war Bernhard Zimmermann (Platz 13), es folgte der erste schnelle Einvergaser der Klasse 2 von Michael Knebel (Platz 14). Sarah Havermans aus Luxemburg stellte ihren frühen Einvergaser (Klasse 1) auf Startplatz 25.

Die Positionen für den ersten Lauf am Samstag Nachmittag waren also festgelegt. Nachdem der erste Frühnebel sich verzogen hatte, ging es bei sonnigem Wetter auf die Strecke. Gleich nach dem Start sorgte Markus von Haken für den ersten Aufreger. An Position 3 gestartet bremste er sich vor der „Les Combes“-Schickane an Polesetter Dirk Kornmeyer vorbei. Leider waren seine Reifen noch nicht wirklich bereit für ein solch sportliches Manöver, so fand  er sich er nach einem sehenswerten „Threesixtie“ plötzlich in der Mitte des Feldes wieder. Zu den Ergebnissen: Eigentlich wäre Kenneth Schlienz beim ersten Lauf mit nur 46 Strafpunkten souveräner Sieger der Klasse 2 und Gesamtsieger geworden, aber weil er wegen leichten Startschwierigkeiten aus der Boxengasse starten musste, wurde sein Fabelwert nicht gewertet. So kam es im ersten Lauf zu folgender Wertung: Klasse 1: 1.Platz: Sarah Havermans. In Klasse 2 nahm Youngster Philipp Orthey den ersten Platz ein, gefolgt von Michael Knebel und Wofgang Rafflenbeul. Den Klassensieg bei den Zweivergasern sicherte sich Bernhard Zimmermann vor Joachim Schmidt und Heinz Hartmann. Bei den luftgekühlten Super Vaus siegte Anselm Gröning vor Joachim Ohlinger und Markus Theuer. Bei der  Klasse 5 der wassergekühlten Super Vaus  belegte Rüdiger Mager den ersten Rang, es folgten Heiko Engelke und Rüdiger Müller. Andreas Mundt siegte ungefährdet – mangels Kontrahenten – in der Klasse 6. Den Sieg in der Klasse 7 der modernen Formel Vau konnte einmal mehr Joe Welzel bejodeln. Es folgten die Kogo PV1 von Thomas Cramer und Winfried Kornmeyer, der wegen Getriebeproblemen beim March Super Vau in das Klasse 7-T-Car umgestiegen war.

Über den Sieg in der Gesamtwertung in Lauf 1 freute sich Rüdiger Mager, Phlipp Orthey und Joe Welzel freuten sich nicht minder über die Plätze 2 und 3.

Die Pointe des zweiten Laufs vorweg: Am Sonntagmorgen kam es zur großen „Revanche“ für Kenneth Schlienz. Diesmal hatte er seinen Fuchs-Einvergaser top vorbereitet und zeigte mit seiner wiederholt engagierten und unglaublich präzisen Fahrt, dass er ein wahrer Gleichmäßigkeitsspezialist ist. Nur 117 Strafpunkte meldete diesesmal die Rennleitung. Gerade einmal 4 Zehntel trennten dabei seine „schlechteste“ der drei Differenzrunden von seiner Bestzeit. Aber erst einmal zum Start… Polesetter Dirk Kormeyer meldete sich mit Getriebeproblemen am schwarzen March ab. So führte Rüdiger Mager das Feld vor Markus von Haken und Rüdiger Müller an. Oswin Büchl folgte dem Feld aus der Box, weil er ja beim Qualifiying keine Zeit setzen konnte. Und zeigte sodann, dass mit ihm immer zu rechnen ist… Auto um Auto arbeitete er sich nach vorne, brannte zwischendurch eine absolute Fabelzeit (2:41:996) in den Asphalt– am Ende überholte er zur Freude der Zuschauer sogar den als ersten gestarteten Rüdiger Mager. Weil aber schnell nicht zwingend gleichmäßig ist, reichte es in der Wertung nur zum vierten Platz in Klasse 5. Büchl war es egal – Hauptsache Spaß gehabt…

Hier die Wertung der einzelnen Klassen für den zweiten Lauf: Klasse 1: 1. Sarah Havermans, Klasse 2: 1. Kenneth Schlienz, 2. Philipp Orthey, 3. Michael Knebel. Klasse 3: 1. Heinz Hartmann, 2. Joachim Schmidt, 3. Bernhard Zimmermann. Klasse 4: 1. Marco Wittkuhn, 2. Anselm Gröning, 3. Joachim Ohlinger. Klasse 5: 1. Markus von Haken, 2. Rüdiger Mager, 3. Heiko Engelke. Klasse 6: 1. Andreas Mudt, Klasse 7: Manfred Benninger, 2. Peter Kirchner, 3. Thomas Cramer

Die Gesamtwertung des zweiten Laufs sicherte sich (wie schon erwähnt) Kenneth Schlienz, vor „Altmeister“ Manfred Benninger (Klasse 7) und Sarah Havermans (Klasse 2).

Nach dem Ausflug auf die Ardennen-Achterbann folgen am 28. bis 30. Juni die Läufe 5 und 6 im tschechischen Autodrom Most. Ganz ohne Meisterschaftsdruck trifft sich die Formel-Vau-Gemeinde zwischendurch beim Test- Jugend und Familientag in Schleiz am 14. Juni – 16. Juni.

Text: Thomas Cramer

Fotos: Astrid Orthey

Die Ergebnisse im Überblick

Weitere Bilder in der Highlight-Gallerie und im internen Bereich

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