Posted On 20/10/2023 By In Highlights, News/ Berichte With 1229 Views

Spannendes Finale in Zolder

Nachdem 1966 erstmals der „ONS-Pokal für Fahrer auf Formel V Rennwagen“ ausgeschrieben wurde, war die Formel Vau in den folgenden Jahren regelmäßig mit Läufen zu dieser Serie in Zolder zu Gast. Schön, dass diese Tradion von der HFVE aufgegriffen wurde. Nachdem wir mit dem Rennleiter Laurent Voogt einen seit Jahren zuverlässigen Partner gefunden haben, wird der Circuit wohl auch in Zukunft von der Formel Vau besucht werden.

Laurent Voogt ist vermutlich ein passionierter Frühaufsteher. Anders ist nicht zu erklären, dass er kurz nach dem ersten Hahnenschrei am Freitagmorgen zum Frühappell – etwas beschönigend „Driver’s Briefing“ genannt – antreten lässt. So auch in diesem Jahr wieder. Nachdem wir die Fahrerbesprechung hinter uns gebracht hatten (wie immer mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die Tracklimits, deren Nichtbeachtung Laurent als verbotenes Betreten seines Gartens empfindet…), wurde das Feld der 34 historischen Formel-Vau- Rennwagen zum Freien Training auf die Strecke geschickt. Die Bedingungen waren zu meiner Entäuschung optimal, keine Spur von Nässe, kein rutschiger Asphalt wie sonst im herbstlichen Zolder üblich. Insgeheim hoffte ich auf ein paar kleine Schauer wenigstens im Qualifying oder bei den Wertungsläufen, aber die Wetterprognose sollte sich bewahrheiten – es blieb bei dem sonnigen Wochenende.

War das Freie Training noch Business as usual, ging es beim Qualifying ordentlich zur Sache. Trauriger Höhepunkt war Klaus Dobers spektakulärer Crash nach der Terlamenbocht, ausgelöst durch einen Bruch der Hinterradaufhängung seines DRM. Glücklicherweise hatte er den Einschlag in die Leitplanke körperlich einigermaßen unversehrt überstanden und konnte abends bereits wieder das Krankenhaus verlassen, in das er zum medizinischen Check gebracht worden war. Nachdem die Strecke geräumt war, konnte das Qualifying fortgesetzt werden und es blieb noch genügend Zeit für schnelle Qualifikationsrunden. Erwartungsgemäß wurden die Bestzeiten von zwei Klasse-5-Fahrern erzielt: Dirk Kornmeyer (March) holte sich die Pole mit 1:44,681 vor Lola-Pilot Markus von Haken (1:46,568). Die drittschnellste Zeit fuhr Robin Kluth (1:49,112) mit seinem Klasse-4-Lola. Startplätze 4 bis 6 gingen an die Klasse-3-Kaimänner Nils Spanbroek, Nick Wittkuhn und Mark Spanbroek. Michael Knebel (Austro Vau) gelang es, sich als schnellster Gruppe-A-Fahrer für die sechste Startreihe zu qualifizieren.

Samstagmorgen war dann der erste Wertungslauf angesagt. Thomas Cramer hatte am Abend zuvor einen Ersatzmotor für seinen ASS-Lola aus Köln geholt, den er unter tatkräftiger Hilfe von Calvin Stauff in einer nächtlichen Aktion einbaute, um wenigstens an den Läufen teilnehmen zu können, wenn auch wegen des verpassten Qualifyings aus der letzten Startposion. Der Austausch des Motors war übrigens keine “Nacht-und-Nebel”-Aktion. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass das Wetter in Zolder ungewöhnlich schön war.

Der erste Wertungslauf verlief unspektakulär, alle Fahrer konnten den letzten Renntag der Saison genießen. Fast alle – Joe Welzel, Nick Spanbroek und Robin Kluth mussten ihre Fahrzeuge mit technischen Problemen abstellen. Die Gesamtwertung gewann Stephan Haas (Royale, 75,7 Punkte) vor Heinrich Heuschele (Kaimann, 115,2 Punkte). Ich durfte mich bei meinem vorletzten Rennen mit meiner Gina über den dritten Platz auf dem Podium freuen (126,4 Punkte). In der Gruppenwertung hießen die Gewinner Robert Waschak (Austro Vau, Gruppe A), Stephan Haas (Royale, Gruppe B) und Tom Eder (Tatuus, Gruppe C).

Die spannende Frage vor dem zweiten Wertungslauf – bei wunderschönem sonnigen Herbstwetter am frühen Samstagnachmittag -war, ob es Nick Wittkuhn gelingen würde, seinen Vorsprung in der Meisterschaft zu behaupten, um Gesamtsieger der DMV Formel Vau 2023 zu werden. Es war wieder ein Lauf ohne nennenswerte Zwischenfälle. Offensichtlich ist rechtzeitig zum Saisonende allen Fahrern bewusst geworden, dass die HFVE Gleichmäßigkeitsprüfungen austragen – ganz im Sinne der Zielsetzung des Vereins. Mit Ausnahme der Ausfälle von Ruben van Horn, Robin Kluth und Fredi Huwiler erreichten alle gestarteten Fahrzeuge das Ziel. Korrektur: nicht alle! Aufgrund des Fehlers eines Stewards, der Wolfgang Rafflenbeul in der letzten Runde von der Strecke winkte, obwohl das Rennen noch nicht beendet war, wurde der Arme nicht gewertet.
Keine Zieldurchfahrt bedeutet null Punkte für die Wertung, nicht mal der Fairnesspunkt wurde ihm gutgeschrieben.

Wegen Unstimmigkeiten in der Auswertung des Zeitnehmers kam es mit etwas Verspätung zur Siegerehrung. Nick Wittkuhn war es nicht nur gelungen, den Vorsprung in der Jahreswertung zu behaupten. Mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung des letzten Laufes hinter Vater Marco setzte er ein weiteres Ausrufezeichen. Herzlichen Glückwunsch von meiner Seite, Nick! Den dritten Platz in der Gesamtwertung des zweiten Wertungslaufs belegte der Meister von 2021 und Vorjahreszweite Tim Renn. Gruppensieger wurden in der Gruppe A Tim Renn (Olympic), in Gruppe B Marco Wittkuhn (Royale) und in Gruppe C Stephanie Hohls (Scarab).

Text: Tom Eder
Fotos: Leo Eder