Posted On 01/09/2023 By In Highlights, News/ Berichte With 1232 Views

Historische Formel Vau begeistert 30.000 Zuschauer

Was passiert, wenn an einem Wochenende die Fans der FIA Truck Europameisterschaft und die des europäischen Ableger der berühmten US-Nascar-Serie zusammentreffen, konnten die Aktiven der Historischen Formel Vau Europa e.V. im tschechischen Most erleben.

Rund 30.000 Fans verfolgten die Rennen des Wochenendes. Und einige der Truck-Fans hatten sogar ihr Arbeitsgerät mitgebracht und durften ihre beeindruckenden LKWs auf einem Hügel neben der Start-und Zielgerade abstellen. So brach bei jedem Auftritt des Lokalmatadors Adam Lacko ein lautstarkes Hupkonzert der Trucker aus. Und wem das noch nicht genug war, der geriet bei Vorbeifahrt der V8-Nascar-Boliden ins Schwärmen. Mittendrin die Formel Vau-Boliden, die ebenso ein tolles Echo bei den Zuschauer fanden. Das HFVE-Fahrerlager wurde rege von Jung und Alt durchströmt. Und die Aktiven hatten alle Hände voll zu tun, kundige Fragen der Besucher zu beantworten.

Auf die Strecke ging es für die HFVE-Aktiven zum ersten mal am Freitag Mittag zum freien Training. Bei traumhaftem Wetter genossen die Fahrer die ersten Meter auf der anspruchsvollen Strecke. Am besten kam Oswin Büchl mit dem winkeligen Kurs zurecht. Mit 1:49.356 setzte er die Bestmarke. Leider machte seinem schönen Lola T 328 das heisse Wetter zu schaffen. So musste er den Super Vau vorzeitig abstellen.

Am späten Freitag nachmittag folgte dann das Qualifiying auf dessen Basis die Reihenfolge der Startaufstellung beider Läufe des Wochenendes bestimmt wird. Auch hier dominierten die Gruppe C-Super-Vau mit den wassergekühlten 1600er Motoren. Auf Oswin Büchl, der seine Bestzeit auf 1:48:720 verbessern konnte, folgten Markus von Haken (Lola T620, 1:50.204) und Thomas Cramer (ASS-Lola T 326, 1:53.026). Schnellster Gruppe-A-Bolide war Eckardt Guhl (Burkhart, 2:13.640), in der Gruppe B setzte Nick Wittkuhn (Kaimann, 1:56.921) die schnellste Zeit.

So setzte sich das Feld dann am Samstag vor vollbesetzten Tribünen zum 1. Wertungslauf in Bewegung. Diszipliniert drehten die Aktiven ihre Runden. Kleine „Kampfgruppen“ verzückten die begeisterten Zuschauer mit schönen Überholmanövern. Polesetter Oswin Büchl musste leider schon nach einer Runde abstellen – Überhitzungsprobleme beim Lola T328. Auch für Kenneth Schlienz (Fuchs) war schon nach einer Runde Schluss.
Zum Sportlichen: In Gruppe A siegte Calvin Stauff (Autodynamics) vor Johanna Adenacker (RPB) und Robert Waschak (Austro Vau).
In Gruppe B kürte sich Fredi Huwiler (Steck) vor Heinz Hartmann (Voigt) und Ingolf Sieber (Fuchs) zum Sieger. Die Gruppe C gewann Joe Welzel (DRM) vor Thomas Cramer (ASS-Lola) und Klaus Dober (DRM).
Die klassenübergreifende Gesamtwertung des 1. Laufs: 1. Fredi Huwiler (Steck, Gruppe B), 2. Calvin Stauff (Autodynamics, Gruppe A), 3. Joe Welzel (DRM, Gruppe C).

Am Sonntag nachmittag folgte der zweite Lauf in Most. Oswin Büchl (Hitzeproblem) und Markus von Haken (Getriebe) konnten nicht mehr starten. Auch für Kenneth Schlienz hieß es vorzeitig einpacken. Das schwülwarme Wetter hielt dann – wie so oft in dieser Saison – eine Überraschung für die Aktiven bereit. Zwei Stunden vor Beginn des Laufs begann es zu regnen. Immer wieder unterbrochen von kurzen sonnigen Phasen. Für die Klasse A- Fahrzeuge, die mit Dunlop- Einheitsreifen antreten, kein Problem. Aber ab Klasse B ging der bange Blick zum Himmel. Slicks oder Regenreifen? Das war nun die Frage. Die meisten der Fahrer entschieden sich für ein Regen-Setup, nur Walter Müller, Thomas Cramer, Marco Wittkuhn und Bernhard Zimmermann entschieden sich für Slicks. Was nicht unbedingt die beste Entscheidung war, denn schon kurz nach dem Start fielen die ersten Tropfen und der Regen wurde von Runde zu Runde stärker…
Am Ende brachten aber alle Aktiven die historischen Renner sicher über die Zeit. Die Klassenwertung zeigte folgendes Bild:
Gruppe A: 1. Johanna Adenacker (RPB), 2. Eckardt Guhl (Burkhart), 3. Calvon Stauff (Autodynamics)
Gruppe B: 1. Nick Wittkuhn (Kaimann), 2. Andreas Mundt (Killroy), 3. Heinrich Heuschele (Kaimann)
Gruppe C: 1. Joe Welzel (DRM), 2. Christoph Wohn (Kogo), 3. Tom Eder (Tatuus)

Die Gesamtwertung des 2. Laufs sicherte sich Johanna Adenacker (RPB, Gruppe A) vor Joe Welzel (DRM, Gruppe C) und Nick Wittkuhn (Kaimann, Gruppe B).

Nach 8 von 10 Läufen der DMV Formel Vau-Meisterschaft liegt nun Nick Wittkuhn mit 348 Punkten in Führung. Im folgen Joe Welzel (325 Punkte) und Eckhardt Guhl (319 Punkte). Noch ist also nichts entschieden. Weiter geht’s beim Saisonfinale in Zolder am ersten Oktoberwochenende.

Text: Thomas Cramer
Fotos: Leo Eder