Der TT Circuit Assen genießt in der Motorsportwelt einen legendären Ruf. Als „Cathedral of Speed“ feiert die traditionsreiche Naturrennstrecke eine jahrzehntelange Geschichte. Der flüssige, rhythmische Kurs fordert mit seinen schnellen Richtungswechseln und Mutpassagen absolute Präzision von Mensch und Maschine.
Für die 40 gemeldeten Fahrer der DMV Formel Vau war die Rückkehr nach Assen ein echtes Highlight im Kalender. Der anspruchsvolle Kurs entwickelte sich aber dank des unberechenbaren Wetters zu einer echten Zerreißprobe für Nerven, Reifenwahl und Abstimmung.
Schon am Samstagnachmittag zeigte der Himmel über Drenthe sein düsteres Gesicht. Punktgenau zum Qualifying der Formel Vau setzte leichter Regen ein und verwandelte den Kurs mitunter in eine Rutschbahn.
Insbesondere für die Piloten auf Slick-Bereifung wurde die Zeitenjagd zu einem Tanz auf Messers Schneide. Auf nasser Piste war an normale Ideallinien nicht zu denken. Die Wetter-Kapriolen wirbelten das gewohnte Kräfteverhältnis gehörig durcheinander: Fahrzeuge der kleineren Klassen – etwa die klassisch eingestellten Zweivergaser – nutzten die Gunst der Stunde. Dank feinfühliger Gasannahme und hervorragendem mechanischen Grip schoben sich Boliden nach vorne, die man sonst weiter hinten im Feld findet.
Trotz der extrem feuchten Bedingungen brannte Dennis Müller (Ralt, Klasse 5) mit 2:15,858 Minuten die schnellste Runde in den kühlen Asphalt. Die weiteren Klassen-Bestplatzierten der Qualifikation unterstrichen ihre Regentauglichkeit:
1. Dennis Müller (Ralt RT 5, Kl.5, 2:15.858)
2. Mark Spanbroek (Kaimann, Kl.3, 2:17.116)
3. Nick Wittkuhn (Kaimann, Kl.3, 2:18:442)
5. Stefan Abt (Scarab, Kl.7, 2:19.142)
7. Marco Wittkuhn (Royale, Kl.4, 2:24.764)
13. Kenneth Schlienz, (Fuchs, Kl.2, 2:28:775)
Wer am Sonntagmorgen auf Besserung gehofft hatte, wurde enttäuscht: Pünktlich zur Startaufstellung des 1. Laufes öffneten sich erneut die Schleusen. Und wieder war höchste Konzentration gefragt, um die historischen Monopostos auf dem Kurs zu halten und gleichzeitig exakte Zeiten für die Gleichmäßigkeitswertung zu treffen.
Im Regen behielt der Schweizer Alfred Huwiler die beste Übersicht. Er sicherte sich nicht nur den Sieg in der Gruppe B, sondern holte sich auch den Gesamtsieg im 1. Lauf. Die Podestplätze im Gesamtklassement komplettierten Ruben van Hoorn (Niederlande, Gruppe A) und Johanna Adenacker (Deutschland).
Die Ergebnisse des 1. Laufs im Überblick:
Gruppe A
1. Ruben van Hoorn
2. Johanna Adenacker
3. Alfons Heiss
Gruppe B
- Alfred Huwiler
- Mark Spanbroek
- Rafael Branke
Gruppe C
- Stefanie Hohls
- Stefan Abt
- Thomas Cramer
Gesamtwertung 1. Lauf
1. Alfred Huwiler
2. Ruben van Hoorn
3. Johanna Adenacker
Ausgerechnet zum finalen Wertungslauf am Sonntagmorgen hatte der Wettergott endlich ein Einsehen: Der Regen hatte aufgehört, die Strecke trocknete ab und die Slicks konnten endlich ihre volle Wirkung entfalten. Zum Abschluss des Wochenendes entwickelten sich auf dem schnellen Asphalt noch einmal packende Duelle um die verbliebenen Hundertstelsekunden.
In der Gruppe C setzte sich Lukas Glöckler an die Spitze und sicherte sich damit auch den Gesamtsieg in Lauf 2. Andreas Mundt folgte auf dem zweiten Gesamtrang und entschied gleichzeitig die Gruppe B für sich. Stefan Abt bewies übers gesamte Wochenende hinweg eine bemerkenswerte Konstanz bei allen Wetterlagen und fuhr als Dritter des Gesamtfeldes erneut aufs Podest.
Die Ergebnisse des 1. Laufs im Überblick:
Gruppe A
- Tom Ernst
- Eckardt Guhl
- Martin Mayer
Gruppe B
- Andreas Mundt
- Mark Spanbroek
- Rafael Branke
Gruppe C
- Lukas Glöckler
- Stefan Abt
- Rhett Silver
Gesamtwertung 2. Lauf
- Lukas Glöckler
- Andreas Mundt
- Stefan Abt
Text: Thomas Cramer
Fotos: Ulrike Bremer











