Posted On 09/06/2025 By In Highlights, News/ Berichte With 1522 Views

Höchst entspanntes Rennwochenende in Assen

Nachdem der Saisonstart der DMV Formel Vau recht turbulent verlief, war der „Ausflug“ der Vauler ins niederländische Assen eine ganz wunderbare Abwechslung. Von Anfang bis Ende war die Veranstaltung vom ADAC Hansa e.V. perfekt organisiert. Und das Wetter in Assen zeigte sich auch von seiner besten Seite…

Wenn hanseatische Zuverlässigkeit und niederländische Leichtigkeit aufeinander treffen, kann nur etwas Gutes dabei herauskommen. So erlebten die Fahrer und Fahrerinnen der Historischen Formel Vau Europa ein perfektes Rennwochenende in Assen. Die 4,5 Kilometer lange Strecke ist gleichermaßen herausfordernd wie sicher, nicht umsonst trifft sich hier alljährlich in der „Cathredal of Speed“ die Motorrad-Elite der MotoGP zur „TT Assen“. In diesem Jahr übrigens zum 100sten mal.

Am Donnerstag nachmittag trafen die ersten Aktiven in Assen ein. Und fanden ein perfekt organisiertes Welcome-Center und ein wohldimensioniertes Fahrerlager an. Jeder fand seinen Platz, nach und nach füllten sich die Reihen. Und auch die benachbarten Rennserien zeigten sich als nette Nachbarn. Dazu schönster Sonnenschein, gepaart mit ein paar Wölkchen, damit die Temperaturen erträglich bleiben.
Auch für die Versorgung der durstigen Fahrer und Teammitglieder wurde gesorgt. Lothar Panten organisierte im Handstreich ein „Solo-Catering“, in dem er sich mit den Club-Crafter von Fladungen nach Assen aufmachte, eingepackt hatte er leckeres Bier – und Softdrinks aus der Rhön und alles was es braucht, damit die Durstigen auch einen Platz finden, um das kühle Getränk unter einem Zeltdach, auf einer Bierbank, gesellig zu sich zu nehmen. Danke an Lothar für diesen Einsatz, das Club-Leben funktioniert dank solcher Persönlichkeiten. Dazu rauchten die Grills, einer unserer Teilnehmer kredenzte seinem Team sogar selbst gebackene Pizza aus eigenem Ofen …

Am Freitag morgen starteten die Aktiven – nach der obligatorischen Fahrerbesprechung – mit dem freien Training ins Wochenende. Die Strecke ist abwechslungsreich, für das Omega in Kurve 5 zum Beispiel gibt es gefühlt 99 Ideallinien, aus denen es die beste für sein Fahrzeug zu finden galt. Dazu ein paar echte „Mutkurven“ vor der Schikane vor Start-und-Ziel, wo man die Pobacken durchaus zusammenkneifen musste. Die Bestzeit des freien Trainings erzielte Rüdiger Müller (March) mit 1:59.543 vor Thomas Cramer (ASS-Lola) und Heiko Engelke (Lola). „Da geht noch mehr“, so der knappe Kommentar des vorerst schnellsten Super Vau-Fahrers Rüdiger Müller. Mark Spanbroek zeigte einmal mehr, dass Erfahrung sich auszahlt, er landete im Klasse-3-Kaimann auf Platz vier (2:02.990). Benjamin Havermans war schnellster Klasse 4-Fahrer (Lola, 2:05.575), in Klasse 7 war Kay Volk (DRM, 2:17.455) am schnellsten, den schnellsten Einvergaser pilotierte wiederum Wolfgang Rafflenbeul (AustroVau, 2:26.163)

Zum Qualifying traf man sich dann um die Mittagszeit. Beim Kampf um die Poleposition tischte Heiko Engelke (Lola T620) eine blitzsaubere Runde mit 1:55.941 auf, Rüdiger Müller (March) musste sich um knappe 0.123 Sekunden geschlagen geben. Benjamin Havermans (ATS-Lola) zeigte mit 2:00.950, dass auch mit einem luftgekühlten Super-Vau auf dieser Strecke in der Spitzengruppe zu rechnen ist. Noch beeindruckender die Zeit von Mark Spanbroek , der eine 2:00.991 mit seinem Kaimann-Zweivergaser hinlegte. Schnellster Klasse-7-Bolide war Kay Volk (DRM, 2:12.448), bei den Envergasern zeigte Robert Waschak (Austro Vau, 2:18.062), dass mit ihm zu rechnen ist.

Der vollgepackte Renn-Freitag endete mit dem ersten Wertungslauf. Auch hier wieder ein gewohntes Bild. Perfekt organisierte Veranstaltung, der Lauf startete pünktlich zur vereinbarten Zeit. Aufregung gab es allerdings für den Polesetter: Der Lola T620 von Heiko Engelke hatte schon das ganze Wochenende Startschwierigkeiten, so wurde er bereits angelassen ins Grid geschoben. Und keine 20 Meter nach der Freigabe zur Einführungsrunde, starb der Motor ab und ließ sich partout nicht mehr starten. Das Leading-Car führte die Armada der Formel Vaus durch die Einführungsrunde, nun angeführt von Rüdiger Müller, der gleich einen Vorsprung herausfahren kann. Dahinter ein buntgemischtes Duell der Verfolgergruppe, bestehend aus Klasse-5-, Klasse-4- und Klasse-3-Boliden. Und auch „weiter hinten“ im Feld bilden sich „schöne Kampfgruppen“, die sich sehenswerte Duelle liefern. All dies ist natürlich nebensächlich für die sportliche Wertung, den es geht bei der DMV-Formel-Vau um die Gleichmäßigkeit.

So sichert sich Calvin Stauff (Autodynamics, 1320 Strafpunkte) den Sieg in der Gruppe A, vor Uwe Ahlers (Fuchs, 1338 Strafpunkte) und Wolfgang Rafflenbeul (Austro Vau, 2280 Strafpunkte)
In der Gruppe B gewinnt Stephan Haas (Royale, 2390 Strafpunkte) vor Thomas Stieper (Fuchs, 2570 Strafpunkte) und Marco Wittkuhn (Royale, 2877 Strafpunkte). In Gruppe C freut sich Rhett Silver (Kogo, 797 Strafpunkte) über den Laufsieg, vor Rüdiger Müller (March, 1341 Strafpunkte) und Markus Theuer (2063 Strafpunkte) in seiner „Neuerwerbung“, einem bildschönen gelben Lola T620.

Die Gesamtwertung des 1. Laufs gewinnt Rhett Silver (Kogo, 797 Strafpunkte), vor Calvin Stauff (Autodynamics, 1320 Strafpunkte) und Uwe Ahlers (Fuchs, 1338 Strafpunkte).

Der Samstag abend wurde dann zum geselligen Beisammensein genutzt. Es duftete nach Gegrilltem bzw. Pizza, ab und schlenderte man vorbei an den anderen Fahrerkollegen zum Carering-Zelt, hielt hier und da ein Pläuschen, Entspannung pur…

Am Sonntag mittag folgte dann der zweite Wertungslauf des Wochenendes. Dieses mal zunächst mit ein wenig weniger Drama für den Polesetter Heiko Engelke. Er führte das Feld souverän nach den ersten Runden an. Doch leider gab es auch dieses Mal einen kleinen Wermutstropfen für ihn. Denn der Lola T620 fand sich in Runde vier im ausladenden Kiesbett von Kurve 12 – dem Meuwenmeer wieder. „Sudden loss of talent“, konstatiert Engelke seinen Ausflug in die Kieselsteine, „das gibt eine Menge Reinigungsarbeit…“ Die daraus resultierende Safetycar-Phase bringt das Feld zusammen, der Restart verläuft ohne Probleme. Wieder eilte Rüdiger Müller mit seinem March dem Feld voraus, wieder gab es sehenswerte Positionskämpfe.

Zum Sportlichen: In Gruppe A holt sich Robert Waschak (Austro Vau, 2195 Strafpunkte) den Laufsieg, gefolgt von Calvin Stauff (Autodynamics, 2242 Strafpunkte) und Johanna Adenacker (RPB, 3199 Strafpunkte). In der Gruppe B gewinnt der Niederländer Mark Spanbroek (Kaimann, 1626 Strafpunkte) vor Marco Wittkuhn (Royale, 2181 Strafpunkte) und Eckhardt Guhl (Kaimann, 3038 Strafpunkte). Den Sieg in Gruppe C holt wieder ein Niederländer, Ruben van Hoorn (Scarab, 1300 Strafpunkte) – im „Leihwagen“ von Steffi Hohls. Zweiter wird Kay Volk (DRM, 1912 Strafpunkte) , den dritten Platz sichert sich Lukas Glöckler (DRM, 2239 Strafpunkte)

Das Podium der Gesamtwertung im 2. Lauf hatte in Folge Lokalkolorit, der Niederländer Ruben van Hoorn gewinnt vor dem Niederländer Mark Spanbroek. Den dritten Platz sichert sich Kay Volk, der von seiner ostfriesischen Heimat Jever auch einen kurze Anreiseweg hatte. Ortskenntnis zahlt sich also aus…

Text: Thomas Cramer
Fotos: Marion Cramer, Heike Volk, Markus Stiefken