Einen ganz besonderen Start in die neue Saison erlebten die Aktiven der Historischen Formel Vau Europa am Sachsenring. Denn bei der “Sachsenring Classic” traf sich Anfang Mai die historische Rennszene des Ostens zu einem beeindruckenden Event. Ob Melkus, Skoda, Trabant oder Lada, die Helden des automobilen Ostens war quasi komplett vertreten.
Dazu die immer noch sehr lebendige Community der historischen Motorrad-Klassen. 50er, Werksrennmaschinen von MZ und Maico, NSU Sport Max, dazu Gespanne der Deutschen Historischen Motorrad-Meisterschaft und Superbikes aus den 80ern und 90ern. Unablässig knatterten wunderschöne Rennmaschinen durchs Fahrerlager. Prominente Gäste wie Carlos Checa, Steve Baker und Ferry Brouwer begeisterten die Fans mit Autogrammen und ihren Geschichten aus alten Rennfahrertagen. Das lockte natürlich ein ganz besonderes Publikum an den Sachsenring. Kurzum: Es wehte ein Hauch von „Ostalgie“ über den Sachsenring. Und mittendrin über 40 Formel-Vau-Renner aus sechs Jahrzehnten Formel-Vau-Geschichte. Vom frühen Einvergaser aus 1964, über Zweivergaser aus den 70ern, wassergekühlte Super Vau der 80er bis hin zu modernen Formel Vau der frühen 2000er.
Am Freitag begann das Ganze fĂĽr die Aktiven mit dem freien Training. Bei wechselhaften Bedingungen und einer unbekannten Strecke lieĂźen es die Fahrer ein wenig ruhig angehen. Schnell zeigte sich: Die StreckenfĂĽhrung des Sachsenrings ist wirklich einmalig und gerade fĂĽr die „kleinen“ Klassen besonders reizvoll. Wobei „ruhig angehen“ nicht auf alle Fahrer zutraf. Oswin BĂĽchl legte gleich mal eine 1:35.491 vor. Eine Rundenzeit, die selbst bei den auch am Wochenende antretenden „Tourenwagen Legenden“ vom Schlage eines DTM Mercedes-C-Klasse, Porsche 935 oder Ford Capri Turbo zu einem Startplatz in den vorderen Startreihen gereicht hätte. Nicht schlecht fĂĽr ein Formel-Auto aus den Siebzigern mit 1600ccm, nach historischem Reglement aufgebaut …
Am Samstag ging es dann am Morgen zum Qualifiying, dies bestimmt die Startaufstellung fĂĽr die beiden Läufe. Die Strecke war feucht, was die Sache durchaus knifflig machte. Am besten zurecht kam mit den Verhältnissen Oswin BĂĽchl im Lola T328 (1:41.650). Dahinter aus der “Zweivergaser-Fraktion” Routinier Mark Spanbroek (1:49.458) aus den Niederlanden und Nick Wittkuhn (1:49.629) – beide auf Kaimann unterwegs. Schnellster luftgekĂĽhlter Super Vau wurde Benjamin Havermans im wunderschönen ATS-Lola (1:58.163). Als schnellster Einvergaser qualifizierte sich Kenneth Schlienz (2:00.565).
Bei heftigem Regen und – durch einen technischen Defekt bedingt – einer nicht unerheblichen Ă–lspur wagten sich die Aktiven am Samstag nachmittag auf die eh schon anspruchsvolle Strecke. So fand sich der ein oder andere neben der Strecke wieder, am heftigsten traf es dabei den amtierenden Meister der DMV Formel Vau, Andreas Mundt. Beim Herausbeschleunigen nach der Ralf-Waldmann-Kurve bricht der Kilroy aus und Mundt schlägt frontal ein. „Mein erster schlimmerer Unfall in 41 Jahren aktivem Rennsport“, resĂĽmiert Mundt, „auĂźer ein paar blauer Flecken ist aber nichts passiert.“ Der Kilroy-Zweivergaser hingegen ist schon ein wenig onduliert. Vorderachse verbogen, GFK-Teile gebrochen und ein paar gebrochene Fahrwerksteile sind das Fazit der ersten PrĂĽfung. Die anderen Fahrer sind nach 25 Minuten froh, das Auto heil nach Hause gebracht zu haben.
Die Ergebnisse der Gruppe A:
1. Robert Waschak (Austro Vau, 1.669 Strafpunkte)
2. Wolfgang Rafflenbeul (Austro Vau, 6.716 Strafpunkte)
3. Calvin Stauff (Autodynamics, 6.941 Strafpunkte)
Ergebnisse Gruppe B:
1. Marco Wittkuhn (Royale, 6.780 Strafpunkte)
2. Leonhard Sommer (RSM-Tasco, 8.204 Strafpunkte)
3. Nick Wittkuhn (Kaimann, 8.841 Strafpunkte)
Gruppe C:
1. Thomas Cramer (ASS-Lola, 6.420 Strafpunkte)
2. Oswin BĂĽchl (Lola, 15.294)
3. Rhett Silver (Kogo, 17.782)
FĂĽr die Gesamtwertung des ersten Laufs bedeutet dies folgende Reihenfolge:
1. Robert Waschak (Austro Vau, 1.669 Strafpunkte)
2. Thomas Cramer (ASS-Lola, 6.420 Strafpunkte)
3. Wolfgang Rafflenbeul (Austro Vau, 6.716 Strafpunkte)
Am Samstag abend folgte ein geselliges Beisammensein, beste Versorgung im Catering-Zelt, das ein oder andere alkoholische Getränk fand seine Bestimmung. Der Abend blieb nicht ohne Spannungsmoment, den ein Gewitter entlud sich über dem Fahrerlager. Eiligst wurden Zelte notbefestigt, abfliessendes Wasser umgeleitet, aber nach nicht einmal 30 Minuten war der Spuk vorbei.
Der Sonntag begrĂĽĂźte die Fahrer dann mit Sonnenschein und auch die Strecke trocknete vollständig ab. So war alles bereit fĂĽr den zweiten Wertungslauf, zu dem die „übrig gebliebenen“ 27 Fahrzeuge antraten. Die guten Bedingungen fĂĽhrten zu sehenswerten Rundenzeiten und auch das ein oder andere Duell konnte – zur Freude der zahlreichen Zuschauer – ausgefochten werden. Wenn man das allerletzte Quäntchen aus dem Rennfahrzeug herausholen kann, dann wird auch die Gleichmäßigkeitswertung bemerkenswert. Ganz besonders gut gelang das Oswin BĂĽchl, der die Gesamtwertung mit nur 410 Strafpunkten anfĂĽhrte. Von seiner schnellsten Runde wichen drei die Vergleichs-Rundenzeiten maximal 0,187 Sekunden ab … Fast genauso zeigte der Zweitplatzierte Robert Waschak (Austro Vau) sein Können. Er sammelte gerade einmal 476 Strafpunkte. Dritter wurde Martin Mayer (Austro Vau) mit 1.390 Strafpunkten.
Die Gruppenwertungen im Ăśberblick:
Gruppe A:
1. Robert Waschak (Austro Vau, 476 Strafpunkte)
2. Martin Mayer (Austro Vau, 1.390 Strafpunkte)
3. Eckardt Guhl (Burkhardt, 1.433 Strafpunkte)
Gruppe B:
1. Mark Spanbroek (Kaimann, 2.126 Strafpunkte)
2. Thomas Stieper (Fuchs, 3.783 Strafpunkte)
3. Michael Adenacker (Javado, 4.970 Strafpunkte)
Gruppe C:
1. Oswin BĂĽchl (Lola, 410 Strafpunkte)
2. Kay Volk (DRM, 1.583 Strafpunkte)
3. RĂĽdiger MĂĽller (March, 1.963 Strafpunkte)
Text: Thomas Cramer
Fotos: Leo Eder









