Formel Vau-Premiere in Zolder: Andreas Türk wird Otto-Mathé-Wanderpokal-Sieger 2016

40 Nennungen hatte die „Formel Vau“ bei ihrer Premiere im belgischen Zolder zu verzeichnen. Auf Einladung von Ralph Monschauer von Motorsport-XL und unter der bewährten Rennleitung von Heinz Weber ging am Freitagvormittag ein schönes Formel Vau- und Super Vau-Feld bei besten Witterungsbedingungen ins freie Training auf der anspruchsvollen und selektiven Strecke. Schnelle Passagen wechseln mit Schikanen ab. Das forderte die Fahrer und belastete das Material. Folglich wurde im V-ahrerlager überdurchschnittlich viel geschraubt. Auch Schweißgeräte kamen da und dort zum Einsatz. Wir üblich unterstützten sich die Teams gegenseitig mit Wissen, Teilen und Taten.
Im Zeittraining ganz vorne Dirk Kornmeyer im wassergekühlten March 81V vor Rüdiger Mager im Lola (beide Klasse 5). Auf P 3 folgte Rob van Hoorn im ersten luftgekühlten Super Vau (Klasse 4). Beide mussten dann aber bald wegen Motorproblemen aufgeben und ließen ihre Startplätze leer. Rüddy sprach von einem „Sack Nüssen“ und vermutete einen Ventilschaden, Rob hatte der Öldruck verlassen. Vierter im Maco in der Premierensaison Detlef Creutz (Klasse 5). Der Goldpokalsieger aus Zandvoort Mark Spanbroek stellte den Zweivergaser-Kaimann (Klasse 3) eindrucksvoll auf P 5, Robin Kluth war als schnellster Einvergaser (Klasse 2) auf P 9 wieder mal in den Top-10 des Qualifyings. Schnellster „moderner“ Formel Vau (Klasse 7) war Manfred Benninger („Ü-80-Racing“) auf P 7, Frank Orthey führte die ganz frühe Klasse 1 auf P 28 an.

In der Formel Vau, die als anspruchsvolle Gleichmäßigkeitsserie ausgetragen wird, erfolgt die Startaufstellung nach den Bestzeiten des Zeittrainings. Das dient der Sicherheit und entzerrt das in der Regel volle Feld in den ersten Runden deutlich. Allerdings muss eine gezeitete Runde gefahren werden, sonst muss mit Sondergenehmigung von hinten gestartet werden. So erging es diesmal Joe Welzel, der üblicherweise in den ersten beiden Startreihen unterwegs ist. Wegen eines Vorderachsschadens und V-förmiger (!) Spur in der ersten Runde des Zeittrainings war an eine gezeitete Runde nicht zu denken.
Für die Gleichmäßigkeitswertung wird die schnellste vom Fahrer gefahrene Runde als Referenz herangezogen. Die drei Runden mit der geringsten Abweichung ergeben die Wertungsrangfolge in den Klassen und gesamt. Mittlerweile sind die Abweichungen der gleichmäßigsten Fahrern der Formel Vau beeindruckend gering und liegen im Bereich weniger Zehntel-Sekunden. Mit einer ganz schnellen Runde, die „versehentlich dazwischen rutscht“ ist die Wertung dahin. „Gleichmäßig schnell“ ist das Erfolgsmodell, wie die Siegerpodien auch in diesem Jahr zeigen. Das macht den sportlichen Geist der Serie aus. Zudem wird das historische Material geschont, auf Rennstress wird verzichtet und es ist allen möglich, „ihr“ Tempo zu fahren. Dazu werden auch seit Jahren erfolgreiche Fahrtregeln konsequent praktiziert: das langsamere Fahrzeug hält die Linie, der Vorbeifahrende ist für den Überholvorgang verantwortlich und das Vorbeifahren erfolgt im Einvernehmen.


Samstagmorgen ging es in den ersten Wertungslauf auf der ehemaligen Grand-Prix-Strecke. In sauberer Startaufstellung wurde das Feld wie üblich im rollenden Start auf die Strecke geschickt. Bis einschließlich erster Kurve unter gelb. Erst danach darf überholt werden. Der Lauf ging sauber über die belgische Rennstrecke. Nicht im Ziel leider Benjamin Havermans, der zuvor unter Aufbietung aller Familienmitglieder eine zerbröselte Kupplungs-Druckplatte ersetzt hatte und nun an einem defekten Ansaugrohr scheiterte, Thomas Cramer mit Motorproblemen am Javado, Bart Kuipers, dessen Vorderrad wegen eines festgegangenen Radlagers blockierte und der Autor, der auf Start-Ziel plötzlich die Funktion seiner Lenkung vermisste, dafür aber ein überaus eigenartiges Gefühl mitnehmen durfte. So gewann Manfred Nord die Klasse 1, der wie immer beherzt fahrende Robin Kluth im Hick die Klasse 2, Günther Filthaut hieß der Zweivergaser-Sieger der Klasse 3, die luftgekühlte Super Vau gewann Thomas Schmidt im Royale (Klasse 4), bester „Wassergekühlter“ war Detlef Creutz im Maco und die moderne Wertung der Klasse 7 ging an den von ganz hinten losgefahrenen Joe Welzel. Gesamtsieger des ersten Laufes wurde Robin Kluth im Hick (Klasse 2).


Am späten Nachmittag folgte dann Lauf 2. Trotz geballter Unterstützung aus anderen Teams gelang es nicht, den Beach von Bart Kuipers wieder instand zu setzen. Es fand sich im gesamten Formel Vau-Teilebestand kein passendes Radlager. Auch Thomas Cramer musste wegen eines defekten Zylinders aufstecken. Benjamin Havermans und Frank Orthey konnten die Defekte reparieren und standen wieder in der Startaufstellung. Nach einem wiederum problemlosen Lauf wiederholte Manfred Nord im Beach seinen Klasse 1 Sieg vom Vormittag, in der späten Einvergaser Klasse 2 war es diesmal der Finne Jukka Puurunen (Veemax), der ganz oben auf dem Podium stand. Mark Spanbroek (NL) gewann im Kaimann die Klasse 3 und der Schweizer Christoph Hasler im Lola die Klasse 4 der luftgekühlten Super Vaus. Klasse 5 holte sich diesmal Winfried Kornmeyer im March und „Ü-80-Racer“ Manfred Benninger sicherte sich Platz 1 in der Klasse 7 – obwohl seit dem freien Training zwangsweise ohne vorderen Stabi unterwegs. Gesamtsieger des zweiten Laufes wurde Mark Spanbroek (NL, Kaimann, Klasse 3).


Der 2016 im zweiten Jahr ausgefahrene Otto-Mathé-Wanderpokal, der von Formel-Vau-Sponsor Mathé ausgeschrieben wird, wurde aus der Kombination der beiden Nürburgring-Läufe und derjenigen aus Zolder ermittelt. Der Mann, der am Nürburgring fast alles abgeräumt hatte, behielt auch nach Zolder die Nase vorne: Andreas Türk aus dem oberbayerischen Amerang (Steck, Klasse 3) nahm den eindrucksvollen Pokal für ein Jahr mit nach Hause.

Mehr zum Mathé-Pokal hier.


Einige materialbedingte Ausfälle, keine Unfälle und beste Stimmung unter exzellenten organisatorischen Bedingungen in Clubsportatmosphäre zeichneten ein erfolgreiches Formel Vau-Wochenende aus. Weiter geht es dann Ende September am Salzburgring in Österreich. Dort geht’s dann „born to be vee“ ins diesjährige Formel Vau-Saisonfinale.

Aller Ergebnisse hier.


Text: Frank Orthey


Fotos: Astrid Orthey

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

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