Vau-Finale mit Mathé-Cup am Red-Bull-Ring

Robin Kluth gewinnt den Mathé-Cup 2015

Nach dem Salzburger Schnürlregen hieß es Ende September am Red-Bull-Ring: „Finale“ der erstmals international ausgeschriebenen Formel Vau 2015. 41 Teams waren in die Steiermark angereist. Für die FahrerInnen ging es dabei auch um den von Sponsor Mathé ausgelobten Mathé-Cup. Die ersten beiden Läufe dieses jährlich neu auszufahrenden Cups waren diejenigen vom Salzburgring Anfang September.

Bevor es in der sehr reizvoll gelegenen Anlage des Red-Bull-Rings zum Showdown kam, war zunächst mal ein ausgiebiges Fahrerlager-Ballett angesagt. Im Gegensatz zum klassischen Ballett litt die Aufführung am Red-Bull-Ring jedoch unter der nicht ausreichend vorhandenen Bühnen- und Tanzfläche. Ein Vielzahl von HistoCup-Startern und einige Gastserien wollten die Saison am Red-Bull-Ring abschließen. Das führte zu drangvoller Enge und wurde von den Formel Vau-Aktiven unter Leitung von Vau-Fahrerlager-Ballett-Regisseur Franz Kapeller mit großer Geduld und Gelassenheit mit vielen kleinen Ballettschritten so kunstvoll gestaltet, dass Freitagmittag das Bühnenbild stand und Vau-Mann und –Frau sich endlich dem Kerngeschäft der eigentlichen Kunst widmen konnten.

Nach Papier- und technischer Abnahme ging es am Freitagnachmittag ins freie Training, das zeitenmäßig von den beiden wassergekühlten Klasse 5-Super Vaus von Dirk Kornmeyer (March) und Markus Huber (Kaimann) dominiert wurde. Das sollte auch das gesamte Wochenende so bleiben. Kleiner Wermutstropfen für das Kornmeyer-Team: Das Schwesterauto von Winfried Kornmeyer blieb bereist früh mit Motorschaden stehen. Ende der Aufführung. Ebenso unglücklich lief es mit ähnlich finalen Motoren-Schicksalen für die beiden Klasse 2-Austro Vaus von Thomas Matzelberger und Alois Brandstätter, die Ihre Tanzbewegungen wegen Antriebsproblemen frühzeitig abbrechen mussten. Die Zweivergaser Klasse 3-Kaimänner von Marco Wittkuhn (Wittkuhn Tuning) und dem Wiener Alfi Przihoda kamen im freien Training nicht wirklich aufs Parkett, konnten aber für das Qualifying technisch wiederbelebt werden.
Der Bühnenboden war dann am Samstag am frühen Morgen allerdings äußerst rutschig. Womöglich hatte des Nachts die Reinemache-Fachkraft doch etwas zu viel Schmierseife eingelassen, die dann eine unglückselige Verbindung mit dem zeitweiligen Regen einging. Dieser Untergrund forderte von den Formel-Vau-Ballettkünstlern volle Konzentration und virtuose Schrittfolgen. Wie üblich meisterten sie dies äußerst bravourös. Es blieb bei einigen kleinen und größeren Pirouetten, die sich teilweise äußerst kunstvoll ins Gesamtarrangement einfügten und die Zuseher überaus fasziniert applaudieren ließen. Wie bei Karl Holzinger, der den Werks-Kaimann wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen nach einer leicht eingeworfenen 360-Grad-Pirouette wieder in die Balancé und auf die Ideallinie brachte. Vorne tanzten allen voran Dirk Kornmeyer und Markus Huber vom Huber Racing-Team rund um Formel Vau-Europameister (1967) Günter Huber. In der zweiten Reihe des Vau-Ensembles trafen sich Tom Ernst im Klasse 4-Lola und Joe Welzel im modernen Klasse 7-DRM-PRT. Wie so oft sensationell in den Top 10 platziert war wieder Robin Kluth, der arbeitsbedingt erst nachts anreisen konnte und den Klasse 2-Hick auf die fünfte Position zirkelte. Es folgten Rudi Raml im Ralt (Klasse 5), der Meister von 2014 Manfred Benninger (Klasse 7), Karl Holzinger (Kaimann, Klasse 4) sowie im ersten Zweivergaser-Kaimann (Klasse 3) auf P 9 Mark Spanbroeck (NL) noch vor seinem Landsmann Rob van Hoorn im luftgekühlten Kaimann Super Vau der Klasse 4. Zusammenpacken musste sein Super-Vau-Lola-Tanz-Equipment leider mit Ölpumpendefekt der Eidgenosse Christoph Hasler, so dass es Tochter Fiona überlassen blieb, die Schweizer Teamfahnen hoch zu halten. Fiona litt allerdings das gesamte Wochenende unter Getriebeproblemen. In der Box blieb Peter Hackner im Royale wegen fehlender Regen-Ballet-Besohlung. Mit einer Sondererlaubnis der Rennleitung durfte er dann aber am Nachmittag zum ersten Wertungslauf auf die Bühne.
36 FahrerInnen gingen auf die Strecke und führten den vorletzten Wertungslauf in gewohnt disziplinierter Manier auf. Viel Freude miteinander hatten die Klasse 2-Burschen aus der Alpenrepublik, deren Tänze ja üblicherweise eine eher zünftige Anmut verströmen. Franz Kapeller (Olympic) und Robert Auer (Austro Vau) suchten sich gleichgesinnte Tänzer aus Luxemburg (Patrick Havermans im Celi) und Finnland (Jukka Purunnen im Veemax) und verzauberten sich und das Publikum mit ästhetisch und sportlich eindrucksvollen Einvergaser-Ringel- und Rangeleien, die nach Ende des Laufs bei den Protagonisten für einige "Cabrioles" sorgte (Anmerkung: Cabriole im klassischen Ballett: Sprung auf einem Bein, während des Sprunges werden die Beine aneinandergeschlagen ;-)
Dass auch bei derart ambitionierter Fahrweise die Gleichmäßigkeit nicht leiden muss, zeigt ein Blick in die Ergebnisse. Angeführt wird die Liste allerdings von Leo Sommer im Klasse 4 Tasco Super Vau, der als Klassenmeister des Jahres 2014 wieder den Gesamtsieg im ersten Lauf mit nach Hause nehmen konnte.
Im zweiten Lauf, der am Sonntag in der Früh ausgefahren wurde, sorgte nur ein kurzzeitiger Safety-Car-Einsatz für eine kleine Einschränkung bei der Saisonabschluss-Aufführung. Joe Welzel hatte seine Motorabdeckung verloren und die lag etwas einsam und nicht ganz ungefährlich auf der Schönberg-Geraden herum. Das heranstürmende Vau-Ensemble umtanzte sie zwar kunstfertig Vau-förmig, aber nicht ganz ohne Überraschungsmomente. Der Rennleiter am Red-Bull-Ring, Andy Meklau, die österreichische Motorrad Legende, entschied angesichts der Gefahrensituation, das Safety-Car einzusetzen. Nach nur einer Runde war die Situation bereinigt – übrigens durch die Safety-Car-Besatzung daselbst, die die Schönberg-Bühne eigenhändig wieder frei machte.
Einer stimmigen Aufführung zum Saisonabschluss stand nun nichts mehr im Wege und die Saison endete vor traumhafter Kulisse ohne Zwischenfälle in perfekter Choreografie. Gesamtsieger des zweiten Laufs wurde Marco Wittkuhn im Zweivergaser-Kaimann von Wittkuhn Tuning. Offenbar hatte das Team den Feueralarm vom Vorabend gut weggesteckt, sah es sich doch plötzlich und unerwartet der etwas martialisch wirkendenden Inszenierung von ca. 10 ortsansässigen Feuerwehrleuten in gar nicht friedvoll wirkender Kostümierung mit Atemschutz- und Löschgerät gegenüber. Der Gleichmäßigkeit hat diese bühnenreife Erfahrung jedenfalls offenbar nicht geschadet.
Damit sind alle Ergebnisse der Formel Vau-Saison 2015 eingefahren.
Wer zu Meisterschaftsehren in Klassen- und Gesamtwertung gekommen ist, wird einstweilen errechnet und an dieser Stelle in Bälde zur Kenntnis des gewogenen Vau-Publikums gebracht. Klassischer Weise erfolgt die Aufführung der Ehrungen dann im Rahmen des würdigen Bühnenrahmens der Jahreshauptversammlung im Februar 2016 in Wolfsburg.
So lange musste der Sieger des erstmals ausgeschriebenen Mathé-Cups nicht warten. Der Mathy-Vertriebsleiter Olaf Dobrowolski war eigens aus dem hohen Norden Deutschlands angereist. Gemeinsam mit Hannelore Werner, der schnellsten Frau der Formel Vau (im MAHAG-Olympic-Werksteam), wurde der Wanderpokal für den Gesamtsieger aus Salzburg- und Red-Bull-Ring 2015 übergeben.
Dass der Pokal an das Team ging, dessen Teamchef an eben jenem Sonntag seinen 75sten Geburtstag feierte, hätte von keinem Bühnen-Regisseur besser in Szene gesetzt werden können. Das Leben macht doch die schönste Regiearbeit. Robin Kluth (Hick, Klasse 2) nimmt den kunstvoll gestalteten Pokal für ein Jahr mit nach Hause. Und den Jubilar, Vater Manfred, hat das besonders gefreut.
Damit konnte der Vorhang für die erste internationale und erfolgreiche Saison der Formel Vau fallen. Langer Applaus von allen Seiten begleitete die Aktiven in die Winterpause.

Herzliche Gratulation allen Siegern und Platzierten und Danke für die vielen schönen Choreografien bei unseren Jubiläums-Aktivitäten im Jahre 2015.
Und nein: die Formel Vau ist natürlich kein Ballett, aber eine klassische Aufführung ist sie allemal.

Alle Ergebnisse und News unter www.formel-vau.eu.

Frank Orthey

Fotos der Highlight-Galerie auf dieser Seite von Lara-Luisa Link, Nick Wittkuhn und Agentur Autosport.at

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

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