05/24/17

Spa Classic: starke Formel Vau-Premiere

Starker Premierenauftritt der Formel Vau bei der Spa Classic

Erstmals bei einem Meisterschaftslauf trat die DMV-Formel Vau auf dem anspruchsvollen Ardennenkurs in Spa an. Den Rahmen bildete die Spa Classic, eine hochkarätige Veranstaltung von Peter Auto in Paris. Das Feld war mit 55 Startern voll ausgebucht – nebst einer Warteliste.

Nachdem sie kleinere Herausforderungen bei der Wegfindung und den „Plichtboxenstopp“ am Welcome-Center bewältigt hatten, fanden sich die meisten Teams am Donnerstag im großzügig bemessenen Fahrerlager ein. Die Wetterlagen, die sie willkommen hießen waren - vorsichtig ausgedrückt - „ortsüblich“ passend ;-) Jedenfalls regnete es Donnerstag und Freitag bei stark gemäßigten Temperaturen ausführlich und das freie Training fand denn auch auf gut gefluteter Strecke statt. Diese war zusätzlich mit einer Ölspur garniert, die das Fahren zu einer anspruchsvollen Rutschpartie machte. Samstag und Sonntag gab es dann zur Entschädigung sehr gute Wetter- und Streckenbedingungen und nicht nur Eau Rouge wurde zum erwarteten Genuss.

Von den Aktiven sehr herzlich begrüßt wurde Hugo Sewing, der nach jahrelanger gesundheitsbedingter Absenz, nun in Spa sein Comeback gab. Natürlich mit seiner „Emma“, dem roten Einvergaser-Kaimann beim Wittkuhn-Team.

Das professionelle Niveau des Veranstalters begeisterte die Vau-ler. Das wurde deutlich an einer umsichtigen Rennleitung, sehr aufmerksamen Streckenposten, der Freundlichkeit der Helfer, Ordner und Techniker bis hin zur Fahrereintrittskarte in Form einer kleinen Medaille. Auch die Trophäen für Sieger und Platzierte, gestaltet als handbeklebte Silberteller und stilecht verabreicht mit Champagner, überzeugte und begeisterte die aus 6 europäischen Ländern angereisten 56 Teams. Und natürlich die Autos und die anderen Serien. Da wurde der ein oder andere auch mal wieder gerne zum Zuschauer und erfreute sich an den legendären Sport- und Tourenwagen, den zahlreichen Gruppe C-Fahrzeugen oder den Monoposto-Kollegen der European Formula 2. Das Ganze ergab einen Augenschmaus und war umrahmt von einem interessierten und fachkundigen Publikum. Und das alles im legendären Spa-Francorchamps mit Rennen bis Mitternacht.

Und dann war da noch das Fahren natürlich: Das Qualifying bei abtrocknender Strecke wurde zeitenmäßig von den Klasse 5 und Klasse 7-Fahrzeugen der wassergekühlten Super Vau und der modernen Formel Vau angeführt. Letztlich stellte der Schweizer Max Kohler seinen Ralt auf die Pole-Position. Gefolgt von Dirk Kornmeyer im March und Joe Welzel im DRM. Alle drei blieben unter der 3 Minuten-Marke. Auf Platz 4 dann der schnelle Meister des vergangenen Jahres Robin Kluth – in seinem Klasse 2-Einvergaser Hick. Dahinter eine bunte Mischung aus den verschiedenen Klassen auf der selektiven Strecke in Spa. Beim Durchgehen der Zeitenliste fällt Platz 44 für das schnellste Klasse 1-Auto mit Sarah Havermans auf, die ihren männlichen „Klassenkameraden“ doch ziemlich viele Sekunden abnahm ;-) Unabhängig von den Zeiten war der Spaß wie immer – und in Spa nochmals gesteigert – entscheidend. In der Historischen Formel Vau können und sollen alle Aktiven im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit sportlicher Rücksichtnahme aufeinander ihr jeweiliges Tempo fahren können. Und sich dabei konsequent an die strengen Fahrtregeln halten: das langsamere Fahrzeug hält die Linie und der schnellere ist für den Überholvorgang verantwortlich. Dieser hat zudem immer im Einvernehmen zu erfolgen.

Die Bestzeiten des Qualifyings ergeben die Startaufstellung. Das dient der Sicherheit bei den Gleichmäßigkeitsläufen, denn es ist gewährleistet, dass es in den ersten Runden nicht zu Überholmanövern durch schnellere Klassen von hinten kommt. Gewertet wird nach einem fliegenden Start die geringste Abweichung zur selbst gefahrenen schnellsten Runde – in der Regel bezogen auf die drei Runden, die dieser am nächsten kommen. Daraus ergibt sich die Klassen- und Gesamtwertung der sportlich anspruchsvollen Gleichmäßigkeitswertung - ein Format, das die Formel Vau im Historischen Motorsport entwickelt und etabliert hat.

Alle Läufe gingen ohne größere Zwischenfälle über die Ardennen-Achterbahn. Durch zwei Einführungsrunden beim ersten Lauf mussten allerdings einige wegen akutem Spritmangel die Segel streichen. Und verloren so alle Chancen auf eine Platzierung, da die Zielankunft laut Reglement ein unabdingbares Kriterium ist. Der zweite Lauf bescherte dem durch einige technische Ausfälle etwas dezimierten Feld dann eine Safety-Car-Phase wegen des Unfalls von Heiko Engelke im MoTuL. Auto angeschlagen, Fahrer wohlauf, das war die im zweiten Teil gute Nachricht.

 

Sportlich war es im ersten Lauf wieder mal Joe Welzel, der im DRM der Klasse 7 den Gesamtsieg für sich verbuchen konnte. Zweiter wurde der Finne Jukka Puurunen im Veemax-Einvergaser (Klasse 2) vor dem Österreicher Bernhard Zimmermann im Zweivergaser-Kaimann (Klasse 3.) Die Klassensiege gingen an die junge Luxemburgerin Sarah Havermans im Apal (Klasse 1), an Jukka Puurunen (Veemax, Klasse 2), Bernhard Zimmermann (Kaimann, Klasse 3), Joachim Ohlinger (RSM-Tasco, Klasse 4), Wolfgang Götz (Veemax, Klasse 5) und Joe Welzel in der Klasse 7 (DRM). Hier mussten einige Korrekturen in den Listen vorgenommen werden, da die geforderte Zielankunft bei den „Benzinsparern“ nicht gegeben war.

Im zweiten Lauf, in den dann auch alle genügend Sprit mitgenommen hatten, sah es dann wie folgt aus: Andreas Franz im MoTuL-Zweivergaser der Klasse 3 wurde Gesamtsieger vor dem Eidgenossen Christoph Hasler im Fuchs (Klasse 4). Als dritter gelangte Robin Kluth im Hick (Klasse 2) ein. Die Klassensieger: Sarah Havermans (Klasse 1, Apal), Robin Kluth (Klasse 2, Hick), Andreas Franz (Klasse 3, MoTuL), Christoph Hasler (Klasse 4, Fuchs), Wolfgang Rafflenbeul (Klasse 5, Royale und Bernd Bretschneider (Klasse 7, Merlin BR).

Alle Ergebnisse hier.

Der Chronist hatte das Vergnügen mit einem weinenden Auge die Geschehnisse über die Eau Rouge-Webcam von zuhause aus zu verfolgen. Das war schon höchst eindrucksvoll, was und wie da die Formel-Vau-Meute vorbeikam. Eine der eindrucksvollsten Perspektiven seit 17 Jahren Formel Vau. Einmalig. Hoffentlich nicht … Denn auch der Veranstalter war angetan von der tollen Vorstellung der Vau-Truppe.

Benjamin Havermans resumiert als Vorsitzender des Vorstands: „Mit dem für uns neuen Veranstalter lief bis auf wenige Kleinigkeiten alles sehr gut, eine extrem professioneller Partner, der in einer anderen Liga spielt als wir es gewohnt sind. Der Veranstalter war mit uns und unserer Darbietung sehr zufrieden und wünscht sich eine Weiterführung der Kooperation.“

Erts mal weiter geht’s in der internationalen DMV-Formel-Vau im Juni bei einer ebenfalls legendären Sachsenring Classic anlässlich 90 Jahre Sachsenring – eine Veranstaltung mit vielen Motorradlegenden. Und unsererseits wieder mit viel born-to-be-vee-Geist.

Frank Orthey

Fotos: Klaudia Schrattenecker, Thomas Cramer, Benjamin Havermans, Historische Formel Vau Europa e.V.

Fotos von der Spa Classic mit viel Atmosphäre und Formel Vau auch in den Galerien von Peter Auto 

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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