04/11/17

Sonniger Saisonstart der DMV Formel Vau

Heinz-Fuchs-Wanderpokal geht an Manfred Benninger

Ein volles Feld präsentierte die DMV Formel Vau 2017 beim Saisonauftakt im badischen Hockenheim. Der Wettergott meinte es gut und verwöhnte die über 50 Aktiven mit wärmender Frühlingssonne. Erstmalig startete die weiter wachsende Serie unter der Vereinsführung von Benjamin Havermans (29, Lux) und den Serienkoordinatoren Wolfgang Rafflenbeul und Dr. Tom Eder.

Bevor Benjamin Havermans die erste Fahrerbesprechung des Jahres eröffnete, bat er die Fahrer um eine Schweigeminute für den am 24.03.2017 verstorbenen Dieter Frentzen. Er war 1967 - 1969 in der Formel Vau und 1970 - 1974 in der Formel Super Vau aktiv (Fuchs und Lola T 252). Seit 2010 war er Vereinsmitglied und gerade dabei, einen Fuchs Formel Super Vau zu restaurieren.

Die beiden Läufe zur Saisoneröffnung wurden um den Heinz-Fuchs-Wanderpokal ausgefahren, der dem Verein anlässlich der Sonderausstellung im Technikmuseum Sinsheim 2009 vom genialen Formel Vau Konstrukteur aus Rutesheim gestiftet wurde. Fuchs verstarb 2012. Seither wird der Pokal jährlich ausgefahren. Dieter Frentzen war Ende der 1960-er Jahre bei Heinz Fuchs als Rennwagenbauer beschäftigt und sowohl in der Formel Vau als auch in der Formel Super Vau für ihn am Start. Deshalb erwiesen die Fahrer ihrem verstorbenen Clubfreund in Hockenheim ein aktives Gedenken und fuhren zum Saisonstart um den „Heinz-Fuchs-Wanderpokal im Gedenken an Dieter Frentzen“.

Nach der Papierabnahme bei der neuen Serien-Rennsekretärin Sarah Havermans und der technischen Abnahme beim langjährigen Serien-TK Knut Wartenberg ging es ins freie Training. Erfreulich, dass wieder vier Erststarter auf die Strecke gingen. Ganz oben auf der allerersten Zeitenliste der Saison standen erwartungsgemäß in Hockenheim die schnellen Fahrzeuge der wassergekühlten Formel Super Vau (Klasse 5). Das änderte sich auch im Laufe des Wochenendes nicht mehr. Im Qualifying war Dirk Kornmeyer im March vor Max Kohler im Ralt vorne. Schnellster „moderner“ Formel Vau der Klasse 7 war auf P 3 Joe Welzel im DRM, schnellster luftgekühlter Super Vau wurde Routinier Fred Hoenle als vierter (Kaimann, Klasse 4). Die Klasse 3 der Zweivergaserfahrzeuge wurde angeführt von Henrik Schiller im Paljar Mato auf P 15, schnellster „später“ Einvergaser der Klasse 2 war wie so der amtierende Meister Robin Kluth im Hick (Klasse 2) auf Position 10. Die Klasse 1 der ältesten Autos, der „frühen“ Einvergaser wurde auf Startposition 34 von Achim Rossmann im Rion angeführt.

Pech hatten die holländischen Sportfreunde Mark Spanbroek (Kaimann Klasse 3) und Rob van Hoorn (Kaimann Klasse 4): Sie mussten bereits nach dem ersten Training mit Motorenproblemen die Segel streichen. Rob bekam dann spontan von Teamchef Winfried Kornmeyer das Angebot, das T-Car des Kornmeyer-Teams zu nutzen und durfte den Kogo am gesamten Wochenende ausführen. Was ihm bravourös gelang. Wieder ein Zeichen des ganz außergewöhnlichen und freundschaftlichen Sportsgeistes in der Serie. Der ermöglichte auch einige anspruchsvolle Reparaturen im Fahrerlager, wie beispielsweise den Motorwechsel im Havermans-Team aus Luxemburg. Teamchef und Vater Patrick konnte weitermachen. Er verlor allerdings im ersten Wertungslauf kurz vor Ende des ersten Laufes vor der Nordkurve den Öldruckschalter. Obwohl der Luxemburger Routinier sofort in eine der Streckenpostentaschen einbog, war die Strecke innerhalb von Sekundenbruchteilen rutschig. Zwei Super Vau-Piloten gelang es nicht mehr ihre Fahrzeuge abzubremsen, was sofortige Mauerkontakte zur Folge hatte. Die Schäden an den Fahrzeugen blieben überschaubar, die Fahrer wohlauf.

Für die Zuschauer eindrucksvoll war die Szenerie, als das Feld mit rund 50 Fahrzeugen durch die Boxengasse rollte. Eine schier nicht enden wollende Reihung von historischen Formel Vau und Super Vau-Fahrzeugen begeisterte mal wieder – auch diejenigen die drinnen saßen. Auf der Strecke ging es wie üblich umsichtig zu. Die Aktiven der Formel Vau gehen mit Zurückhaltung und Respekt miteinander um. Das ist auch deshalb wichtig, weil in sieben Klassen Fahrzeuge mit ganz unterschiedlichen Leistungen gemeinsam auf der Strecke sind: Von 50 bis ca. 200 PS reicht das Spektrum.

Der erste Laufsieg ging an Thomas Schmidt im Royale-Super Vau der Klasse 4. Er holte sich den Gesamtsieg vor Joe Welzel (DRM, Klasse 7) und dem Österreicher Robert Waschak im Austro Vau (Klasse 2). Die Klassensiege gingen an Manfred Nord (Beach, Klasse 1), Robert Waschak (Austro Vau, Klasse 2), Andreas Franz (MoTuL, Klasse 3), Thomas Schmidt (Royale, Klasse 4), Dirk Kornmeyer (March, Klasse 5) und Joe Welzel (DRM, Klasse 7).

Der zweite Lauf wurde am Sonntagvormittag wieder bei sehr sonnigen Bedingungen ausgefahren. Am gleichmäßigsten unterwegs war insgesamt der Schweizer Max Kohler (Ralt, Klasse 5) vor dem Niederländer Bart Kuipers (Beach, Klasse 2) und „Alterspräsident“ Manfred Benninger (Mega, Klasse 7). Klassensieger wurden Achim Rossmann (Rion, Klasse 1), Bart Kuipers (Beach, Klasse 2), Andreas Franz (MoTuL, Klasse 3), „Urgestein“ Fred Hoenle (Kaimann, Klasse 4), Max Kohler (Ralt, Klasse 5) und Manfred Benninger (Mega, Klasse 7).

Sehr eindrucksvoll war, wie es Max Kohler gelang, seine schnellste Runde (1:55.896) dreimal fast genau zu treffen. Der maximale Abstand betrug 0.698 Sekunden. Das brachte dem Max mit nur 1791 Strafpunkten den ersten Platz im zweiten Lauf. Gleichmäßig und zudem noch gleichmäßig schnell ist er eben, der Schweizer!

Der Heinz-Fuchs-Wanderpokal, ausgefahren im Gedenken an Dieter Frentzen, ging für dieses Jahr an Manfred Benninger, der bei der Siegerehrung als Dauergast auf dem Podium zeigt, dass Motorsport wirklich jung hält. Der Senior der Serie ist 84 Jahre jung. Und fährt jugendlich wie eh und je. Dass er in den Genuss der Jugendförderung kommen könnte, bei der auch in diesem Jahr wieder FahrerInnen unter 25 Jahren gefördert werden, hat er allerdings aufgegeben.

Gratulation an alle Sieger und Platzierte des DMV-Formel-Vau-Saisonstarts in Hockenheim. Die Aktiven haben sonnige Vorzeichen vor die neue Saison gesetzt! Das lässt einiges erwarten für die insgesamt 12 Meisterschaftsläufe in diesem Jahr.

Nach dem gelungenen Auftakt sieht die internationale Serie (sanctioned by the FIA) einem weiteren Highlight entgegen: Im Mai geht es erstmalig zur „Spa Classic“ auf die Ardennenachterbahn nach Spa. Da lockt nicht nur die Eau Rouge, sondern auch eine Spitzenveranstaltung im historischen Motorsport.

Wir sind mit viel born to be Vee-Geist dabei. Das ist sicher.

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Frank Orthey

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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