Formel Vau-Saisonabschluss bei Kaiserwetter


Wendelin Egger gewinnt den Heinz-Fuchs-Wanderpokal 2016


41 Nennungen gab es für die „Formel Vau“ beim Saisonfinale der diesjährigen Formel Vau am Salzburgring. Nach dem Schnürlregen-Wochenende 2015 machte dieses Mal das Kaiserwetter seinem Namen alle Ehre und sorgte für einen runden und durchgehend sonnigen Saisonabschluss. Die Saison 2016 hatte die Vau-Männer und –Frauen wettermäßig nicht durchgängig auf Rosen gebettet. Starker Regen in Hockenheim und einige Eifelnässen am Nürburgring wurden Anfang Mai durch Schnee bei der Anreise am Red-Bull-Ring getoppt. Die Saison bescherte nichtsdestoweniger viele Highlights. Neben den Formel Vau-Läufen im Rahmen der Bosch Hockenheim Historic und der Historic Trophy Nürburgring mit zusätzlicher Nordschleifen-Demonstration, erstmalig in Zolder (B) und beim Finale im Salzburger Land gab es den Jubiläumsauftritt in Österreich im Rahmen der Truck-EM mit großem Legendentreffen, den ersten Test- und Familientag mit Jugend-Fahrerlehrgang in Chambley (F), die Formel-Vau-Demonstration in Le Mans (F) verbunden mit dem „Formel-Vau-Sommermärchen“ mit Formula Vee-Gästen aus Südafrika und die Goldpokal-Finalläufe der 50-Jahres-Jubiläumsserie (2014 – 2016) im holländischen Zandvoort.


Serie und Verein zeigten dabei neben vollen Feldern bei allen Veranstaltungen anspruchsvollen Gleichmäßigkeitssport und die bekannte und allseits geschätzte familiäre Atmosphäre in den Fahrerlagern. Im zweiten Jahr als internationale Serie bietet die Formel Vau eine stimmige Kombination aus qualitätsvollen Fahrzeugen aller Formel-Vau-Epochen, spannendem sportlichen Wettkampf, ausgewählten attraktiven Strecken und einem fairen und freundschaftlichen Miteinander. Zahlenmäßig gesehen wächst und gedeiht die Serie: Insgesamt 83 Starter (Vorjahr 77) und 47,5 Nennungen im Durchschnitt (Vorjahr 40) bei den Läufen der Serie 2016 und beim Goldpokallauf zeigen weiter den erfreulichen Trend der Formel Vau an.


Zum Saisonabschluss kam das Miteinander am Salzburgring nicht zu kurz. Aktive, Teammitglieder und viele Gäste trafen sich im zentralen Formel-Vau-Zelt und genossen die von Vereinsmitgliedern vorbereiteten und gestifteten Eintöpfe und Gerichte. Gut genährt konnte sich die Formel-Vau-Familie wieder über viel „born to be Vee-Geist“ freuen.
Was zudem erfreut in der Formel Vau, das ist die Präsenz ihrer Legenden. Klar, dass Kurt „Master“ Bergmann (87) mit seinem Kaimann-Racing-Team, das vor einigen Wochen in Wien das 50-jährige Bestehen feierte, wie eh und je mit vor Ort war und mit Rat und Tat zur Verfügung stand – und natürlich immer für einen Plausch über die alten Zeiten.
Günther Huber, Europameister 1967, war mit seinen Söhnen mit drei Fahrzeugen aktiv mit dabei. Und als besonderes Schmankerl war für diesmal Rudi Niggemeier, ONS-Meister der Formel Vau 1976 in seinem damaligen Meisterschaftsfahrzeug, das ihm Besitzer Alfred „Alfi“ Przihoda zur Verfügung stellte mit dabei.


Im Zeittraining dominierten auf der schnellen und anspruchsvollen Strecke naturgemäß die Fahrzeuge der Klassen 5 und 7. Alleine Rob van Hoorn (Klasse 4) und Robin Kluth (Klasse 2) reihten sich in die Top-Ten ein. Die Startaufstellung nach Bestzeiten dient der Sicherheit bei den Gleichmäßigkeitsläufen. So ist sichergestellt, dass die schnellen Fahrzeuge vorne fahren und die langsameren sich dahinter einreihen, wenn es auf die gleichmäßigen Runden geht. Bei denen gilt es, die schnellste im Lauf selbst gefahrene Runde dreimal möglichst genau zu treffen. Die geringste Abweichung ergibt die Wertungsrangfolge.


Im ersten Wertungslauf am Samstagnachmittag gab es einige technisch bedingte Ausfälle und als Folge einen Abbruch mit der roten Flagge, der laut Reglement statt der Zielflagge den Lauf beendete. Gesamtsieger wurde Manfred Benninger (Ü 80-Racing, MEGA, Klasse 7) vor Lokalmatador Thomas Matzelberger (Austro Vau, Klasse 2) und Wendelin Egger (Zöllner-Kaimann, Klasse 3). Die Klassensiege gingen an Manfred Nord (D, Beach, Klasse 1), Thomas Matzelberger (A, Austro Vau, Klasse 2), Wendelin Egger (D, Zöllner-Kaimann, Klasse 3), Christoph Hasler (CH, Lola, Klasse 4), Wolfgang Rafflenbeul (D, Royale, Klasse 5) und Manfred Benninger (D, MEGA, Klasse 7).
Für eine schöne Überraschung sorgte der ONS-Pokalsieger von 1976, Rudi Niggemeier, als er als zweiter aufs Klasse 3 Podium gebeten wurde. Er hatte den Original-Pokal von 1976 aufgearbeitet und überreichte ihn an den Besitzer „seines“ Kaimann Alfred Przihoda. „Der Pokal gehört einfach zu diesem Auto“, so Niggemeier mit einem großen Dankeschön an „Alfi“.


Der zweite Lauf am Sonntagvormittag verlief ohne Zwischenfälle und mit der üblichen Dynamik, die auch daraus entsteht, dass Fahrzeuge aus 6 Klassen gemeinsam auf der Strecke sind: vom frühen Klasse 1 Fahrzeug mit knapp 50 PS bis zum wassergekühlten Klasse 5-Renner mit ca. 200 PS. Das stellt hohe Anforderungen an die Fahrer. Insbesondere bei Überrundungsvorgängen am Ende der Gegengeraden und in der Fahrerlagerkurve, wo die Höchstgeschwindigkeit bis zu 50 km/h differiert. In der Formel Vau gilt: das langsamere Fahrzeug hält konsequent die (Ideal-) Linie, der Überholende trägt die Verantwortung für den Überholvorgang und das Überholen erfolgt im Einvernehmen. Das klappte wie gewohnt auch am Saisonende meistens gut, aber es gibt trotz guter und klarer Regelungen gelegentlich auch Grenzfälle und Missverständnisse.
Gesamtsieger des zweiten Laufes wurde Max Kohler (CH, Ralt, Klasse 5) vor Wendelin Egger (D, Zöllner-Kaimann, Klasse 3) und Manfred Nord (D, Beach, Klasse 1). Die Klassensiege gingen an Manfred Nord (D, Beach, Klasse 1), Thomas Matzelberger (A, Austro Vau, Klasse 2), Wendelin Egger (D, Zöllner-Kaimann, Klasse 3), Rob van Hoorn (NL, Kaimann, Klasse 4), Max Kohler (CH, Ralt, Klasse 5) und Senior Manfred Benninger (D, MEGA, Klasse 7). Mit 83 zeigt Manfred regelmäßig, wie jung Motorsport halten kann. Man muss nur jahrzehntelang in der Formel Vau aktiv sein. Das scheint ein Erfolgsrezept.
Ganz besonders freute sich Rob van Hoorn über den Sieg in der Klasse 4. Der Holländer war im ersten Lauf mit rutschender Kupplung ausgerollt. Unter Aufsicht von Jaap van Hoorn, der als Teamchef, holländische Formel Vau-Legende und Vater immer dabei ist, gab es große Schrauberei im Team van Hoorn. Nach Ausbau des Getriebes zum Wechsel des defekten Simmerings lief das Auto im zweiten Lauf perfekt und der Routinier Rob van Hoorn beschloss, dass sich die weite Anreise nebst Schraubereinlage gelohnt hatte.

Der Heinz-Fuchs-Wanderpokal wurde dem Verein anlässlich der Sonderausstellung im Technikmuseum Sinsheim 2009 vom genialen Formel Vau Konstrukteur aus Rutesheim gestiftet. Fuchs verstarb 2012. Seither wird der Pokal jährlich ausgefahren. 2015 hatte Joe Welzel den Wanderpokal errungen. Heuer ging der von Heinz Fuchs selbst gestaltete Pokal nach dem Zusammenaddieren aller Strafpunkte an Wendelin Egger im Kaimann. Mit auf dem Siegerfoto natürlich der „Master“ aus Wien, Kurt Bergmann (87)!


Sportlich gesehen gab es im Laufe des Wochenendes aufgrund von Missverständnissen und Fahrfehlern zwei Unfälle ohne Beteiligung anderer Fahrer – allerdings mit nicht unbeträchtlichen Beschädigungen der Fahrzeuge zu beklagen. Die Fahrer blieben unversehrt.


Im Rahmen der Qualitätssicherung und -entwicklung wurden am Salzburgring zum zweiten Male in diesem Jahr (freiwillige) Hubraumkontrollen durch den TK angeboten. Vier Einvergaser-Fahrzeuge wurden überprüft und für reglementskonform befunden.


Der Schreiber dieser Zeilen verabschiedete sich wie lange geplant bei der Siegerehrung in seiner Rolle als Serienkoordinator. Zudem werde ich wie seit zwei Jahren geplant und vorbereitet bei der Mitgliederversammlung 2017 im Februar in Bad Salzhausen nach 10 Jahren den Vorsitz des Vorstands abgeben. Und mich dann um die Öffentlichkeitsarbeit für Verein und Serie kümmern – und wieder völlig unbeschwert das tun, was meinem ehrenamtlichen Engagement zu Grunde lag: mit viel Lust Formel Vau und Formel Super Vau fahren. Und den neuen Vorstand als Mentor bei Bedarf unterstützen.


Und weil nach der Saison vor der Saison ist, gibt es bald den Kalender 2017 mit vielen Highlights: nach dem Prolog beim Test- und Familientag in Chambley geht es nach Hockenheim, auf die legendäre Strecke in Spa, zum Sachsenring, zur Formel Vau-Demo nach Le Mans, zur „Stunde der Formel Vau“ in die Dünen nach Zandvoort, ins belgische Zolder und abschließend zum Nürburgring!
Mit viel born to be Vee-Geist, versteht sich.


Alle Ergebnisse vom Salzburgring hier.


Text: Frank Orthey


Fotos: AgenturAutosport.at, Astrid Orthey

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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