Saisonfinale der FV-Gp D um den Heinz Fuchs Pokal

Marco Wittkuhn wird Meister der FV-Gp (D)

Ralf Hartmann holt den Heinz-Fuchs-Wanderpokal

Nachdem Holger Fabian (DRM, Klasse 7) in seiner Premierensaison nach den Läufen am Salzburgring bereits als Meister der FV-Gp Austria feststand, ging es beim Saisonfinale beim Rheintalrennen Mitte Oktober in Hockenheim um die deutsche FV-Gp-Meisterschaft. Mit 47 Startern bot die Historische Formel Vau wieder ein eindrucksvolles Feld. Mit dabei der ehemalige Star der Super-Vau und Sportwagen-Ikone Helmut Bross im Fuchs. Das Auto, wie er es unter anderem in Daytona bei den großen Vergleichswettkämpfen in den 1970-er Jahren gefahren war, stellte der Schweizer Christoph Hasler zur Verfügung. Helmut Bross begann zunächst ganz professionell damit das Auto abzustimmen – den Besitzer freute auch das. Dann ging er unter dem Namen „Rentnerband“ mit Kumpel Fred „Feuerstein“ Hoenle (Kaimann Super Vau) eine Teamliaison ein. Beim Saisonfinale war eine Teamwertung in der FV-Gp ausgeschrieben. Die beiden rüstigen Rentner-Racer – beide waren schon Anfang der 1970-er Jahre in der Super Vau dabei – haben von ihrem Speed nichts eingebüßt und sind zudem immer für einen Spaß zu haben.

Die Trainingsläufe waren nicht nur wettermäßig durchwachsen. Dreher durch die sehr rutschige Fahrbahn und zwei Abbrüche sorgten in der Serie für eher gemäßigte Stimmung. Am besten zurecht mit den widrigen Bedingungen kam Dirk Kornmeyer im Kogo (Klasse 7), der mit Routinier Fred Hoenle (Kaimann Klasse 4) die erste Reihe bildete, dahinter Rüdiger Mager im Lola (Klasse 5) und Carsten Vilz im zweiten Kogo (Klasse 7). Wolfgang Götz komplettierte im Veemax (Klasse 5) die Top 5 – und bescherte dem Team „Mauldaschakonäktschen“ (Mager/Götz) ein gutes Qualifying-Resultat. Als erster historischer Formel Vau 1300 überraschte wieder mal Youngster Robin Kluth im Hick (Klasse 2) auf Platz 11. Schnellster Zweivergaser der Klasse 3 war Mark Spambroeck (NL) im Kaimann auf P 17 vor seinen beiden „Klassenkämpfern“ Thomas Cramer (Javado) und Andreas Dumm (MoTuL). Ab Platz 25 tummelten sich die starken Klasse 2-Piloten, auf einem sehr respektablen 35 Platz von 47 Startern Klasse 1-Apal-Pilot Christian Seinecke mitten im Pulk der späten Einvergaser der Klasse 2 – und das trotz einer Kollision mit Sportfreund Peter Landmann eingangs des Motodroms. Nach eingehenden Videoanalysen und fairen sportlichen Gesprächen der Protagonisten wurde der Sachverhalt geklärt. Kollisionen kommen im Gleichmäßigkeitsformat grundsätzlich nicht vor, zumal es in der FV-Gp klare Fahrtregeln gibt, allen voran, dass das langsamere Fahrzeug seine Linie hält und der Vorbeifahrende im Einvernehmen mit dem zu Überholenden für den Überholvorgang verantwortlich ist. Dennoch kann es aufgrund von Missverständnissen zu kritischen Situationen und – wie gesehen – im Ausnahmefall auch zu Berührungen kommen. Diese werden in der FV-Gp zwischen den Beteiligten und ggf. mit den Serienkoordinatoren und der Rennleitung aufgearbeitet. Die kritischen Punkte werden falls nötig und wie in Hockenheim geschehen in zusätzlichen Fahrerbesprechungen thematisiert. Damit wird alles dafür getan, dass Formel-Vau-Sport im anspruchsvollen Gleichmäßigkeitsformat der FV-Gp-Serien sicher und für die Aktiven und Zuschauer attraktiv bleibt.

Die Startaufstellung hat für die Wertungsläufe die Bedeutung, dass zunächst jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten möglichst frei seine Gleichmäßigkeitsrunden drehen kann. Das ist der Sinn des Qualifyings in den FV-Gp-Serien. Im kommenden Jahr ist bei FV-Gp-Läufen mit zwei Starterfeldern (Klasse 1 – 3 und Klasse 4 – 7) ein 65-minütiges Qualifying geplant, bei dem die beiden Startgruppen je 15 Minuten im Wechsel trainieren.

Heuer war es noch eine Herausforderung für die Piloten bei rund 50 Fahrzeugen mit ganz unterschiedlichen Motoren- und Bremsleistungen miteinander so umzugehen, dass daraus keine kritischen Situationen entstehen konnten. Bei den künftig für die FV-Gp angestrebten zwei Läufen mit jeweils ca. 25 – 35 Fahrzeugen wird dieses Thema zugunsten von mehr Fahrfreude der Vergangenheit angehören.

In Hockenheim beeindruckten 47 Formel Vau- und Super Vau-Rennfahrzeuge hinter dem FV-Gp-Pacecar, dem orangen Rennkäfer von Toni Seemeier die nicht vorhandenen Zuschauermassen. Wie üblich fanden sich nun kleine Gruppen gleich schneller Fahrer und hatten viel Spaß miteinander. Für die Wertung geht es darum, der eigenen schnellsten Runde im Lauf möglichst nahe zu kommen. Die drei besten Runden im Vergleich zur schnellsten werden gewertet. Das führt dazu, dass „akademische“ Herangehensweisen oder der Einsatz von (verbotenen) Messgeräten keine Erfolgsaussicht haben. Es geht darum, möglichst gleichmäßig über den gesamten Lauf zu kommen. Unterm Strich hat sich dieses Format nach Anfangsschwierigkeiten durch Softwareprobleme der Zeitnahmen in diesem Jahr sehr bewährt. Die Läufe wurden tendenziell langsamer und weniger aufgeregt, da es z.B. nicht mehr möglich war, sich selbst die Referenzrunde zu verhageln oder sie einem Konkurrenten unbeabsichtigt kaputt zu machen.

Der erste Laufsieg beim Rheintalrennen ging an den FV-Heimkehrer Nico Prey im „modernen“ DRM (Klasse 7). In den Klassen siegten „FV-Comebacker“ Manfred Nord (Klasse 1) im neu aufgebauten Beachcar, Tom Ernst (RPB, Klasse 2), Wolfram Winkler (Karringer, Klasse 3), Günter Filthaut (Lola, Klasse 4), Rüdiger Mager (Lola, Klasse 5) und Nico Prey (DRM, Klasse 7).

Im zweiten Wertungslauf siegte insgesamt der Österreicher Peter Landmann (Austro V, Klasse 2) – und freute sich sehr über das Erfolgserlebnis nach der etwas harzigen Trainingserfahrung (Kollision). Die Klassensiege gingen an Christian Seinecke (Apal, Klasse 1), Peter Landmann (Austro V, Klasse 2), den Schweizer Christoph Hasler (Fuchs, Klasse 3), „Legende“ Helmut Bross (Fuchs, Klasse 4), Rüdiger Mager (Lola, Klasse 5) und Joe Welzel (DRM, Klasse 7).

Der Gesamtsieg um den Heinz-Fuchs-Wanderpokal (einer Stiftung von Heinz Fuchs aus dem Jahre 2009), der einmal im Jahr zur Erinnerung an den verstorbenen legendären deutschen Formel Vau-Konstrukteur ausgefahren wird, ging an Ralf Hartmann im Ex-Niki-Lauda-Kaimann. Ein ganz besonderer Erfolg!

Die beim Saisonfinale ausgeschriebene Teamwertung gewann das Team „Ein Austro Vau kommt selten allein“ mit den beiden Österreichern Robert Waschak und Peter Landmann. Zweite wurden die Urgesteine vom Team „Rentnerband“ Fred Hoenle und Helmut Bross vor Manfred Nord und Ralf Hartmann vom Team „Nord Race“.

Herzliche Gratulation allen Siegern und Platzierten!

Was die Gesamtwertung der FV-Gp D anging, machte Mitfavorit Marco Wittkuhn als stetiger Punktesammler in den beiden Wertungsläufen alles klar. Dem Gewinner des Jan-Wellem-Pokals beim diesjährigen Eifelrennen reichten zwei 11. Plätze! Damit setzte er sich mit 385 Punkten vor seinen Klassenkonkurrenten Robert Waschak (A, Austro V) mit 373 Punkten durch. Dritter in der FV-Gp-D-Meisterschaft wurde der Super Vau-Lola-Pilot Günter Filthaut mit 368 Punkten.

Damit fand eine erfolgreiche Saison der Historischen Formel Vau Europa gleich mehrere krönende Abschlüsse. Über die beiden Serien hinweg traten 2013 insgesamt 78 FahrerInnen an, das sind durchschnittlich 39 pro Lauf – eine Steigerung um 10 im Vergleich zum Vorjahr. Im kommenden Jahr soll das weiter wachsende Feld erstmalig geteilt werden, um das anspruchsvolle Gleichmäßigkeitsformat weiter erfolgreich und sicher auf der Strecke zeigen zu können. Zudem ist ein für die Aktiven und Zuschauer attraktives und aktionsreiches Qualifying-Format mit Installation-Lap und vier 15 minütigen Sessions im Wechsel zweier Startgruppen in Planung.

Saisonstart 2014 voraussichtlich in Hockenheim im April 2014. In Planung sind derzeit Läufe in Hockenheim, am Nürburgring, in Zandvoort (FV-Gp D) sowie am Pannoniaring, am Salzburgring und am Red-Bull-Ring (FV-Gp-Austria).

Antreten werden die Aktiven der Historische Formel Vau jedenfalls auch in 2014 weiter konsequent nach dem Motto: „Born to be Vee!“

Alle Ergebnisse 2013 hier.

Frank Orthey

 

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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