Starke V-orstellung bei typischem Eifelwetter

Andreas Türk wird Gesamtsieger

Nachdem die Historische Formel Vau am Donnerstag das alte Fahrerlager am Nürburgring bezogen hatte, nahmen 51 Starter das Training zum 3. und 4. Lauf der diesjährigen internationalen Formel-Vau-Meisterschaft auf. In der stilechten Kulisse passte sogar das widrige und wechselhafte Wetter perfekt zum historischen Ambiente. Das Eifelwetter war am gesamten Wochenende „klassisch“. Wie die Formel Vau eben.
Durch eine Verkettung sehr unglücklicher Umstände kam es im ersten Training auf rutschiger und verölter Fahrbahn in der Mercedes-Arena zu einem Unfall zwischen den Kaimännern von Marko Wittkuhn und Jens Böhmig. Die bei dem Ereignis machtlosen Fahrer blieben unversehrt, die Autos wurden allerdings nicht unerheblich beschädigt. Das gesamte Wochenende stellte für alle Aktiven der Serie witterungsbedingt eine Herausforderung an Um- und Rücksicht dar, die mit Bravour gemeistert wurde.
Die Wetterkapriolen brachten auch Überraschungen in die Startaufstellung: Robin Kluth im Hick-Einvergaser der Klasse 2 fand sich auf Platz 5 inmitten der Super Vaus und Patrick Havermans stellte den Einvergaser-Celi auf Platz 12. Ganz vorne in Startreihe 1 der wassergekühlte March Super Vau aus der Klasse 5 mit Dirk Kornmeyer vor dem luftgekühlten Kaimann von „Urgestein“ Fred Hoenle. Dahinter teilten sich Joe Welzel im DRM (Klasse 7) und Winfried Kornmeyer im zweiten March die Reihe 2. Neben dem Youngster Kluth (P 5) parkte in der dritten Startreihe Manfred Benninger den MEGA (Klasse 7) auf P 6. Sein Fahrzeug war vom Team liebevoll mit einem „Ü-80-Racing“ Aufkleber verziert worden. Manfred zeigt mit 83 Lenzen, wie jung Motorsport in der Formel Vau halten kann. Auf Platz 7 dann Comebacker Dr. Tom Eder (Tatuus, Klasse 7) vor Rüdiger Mager im Ex Jo Gartner Lola T 620 (Klasse 5). Beim Gaststart stellte der Formel Vau-Meister von 1983, Klaus Dober den DRM auf P 9 vor Bernd Bretschneider im Merlin. Dahinter folgte eine witterungsbedingt bunt durchmischte Startaufstellung. Bereits auf Platz 29 der erste frühe Einvergaser der Klasse 1 mit Christian Seinecke im Apal.
Am Samstagmittag durfte sich dann die Formel Vau auf der Nürburgring-Nordschleife zeigen. Dort wo sie in ihren Hochzeiten unglaubliche Schlachten mit bis zu 70 Fahrzeugen ablieferte. Unter großem Applaus von Streckenposten und Zuschauern kam bei fast 50 Teilnehmer bei der Präsentation hinter einem sehr langsam fahrenden Pacecar das alte Nordschleifenfeeling nicht wirklich auf. Eher war die Aufmerksamkeit auf die durch die langsame Geschwindigkeit bedingten Ziehharmonikaeffekte im Feld gerichtet. Die Bilder (siehe Galerie) sprechen allerdings eine eigene, etwas andere und begeisterndere Sprache, zeigen sie doch wieder mal unglaublich viele Formel Vau und Super Vau-Rennfahrzeuge in der „grünen Hölle“. Deutlich wurde allerdings auch bei langsamer Fahrt, was die Protagonisten von damals auf der legendären Strecke geleistet haben. Und welche Risiken sie eingingen.
Auf der Grand Prix Strecke sind diese deutlich übersichtlicher. Dort fand am Samstagabend der erste Wertungslauf statt. Auch hier zeigte die Serie ein prall gefülltes Feld, das hinter dem Formel-Vau-Pacecar-Rennkäfer von Toni Seemeier in den 30-minütigen Wertungslauf startete. Am Ende des dynamischen Geschehens hatte in der Gesamtwertung Fred Hoenle die Nase seines Klasse 4-Kaimanns ganz vorne. Ergänzt wurde das Podium neben dem Ü-70-Racer aus Augsburg durch Youngster Nick Ohlinger (ebenfalls Kaimann, Klasse 3) und Andi Türk im Steck (ebenfalls Klasse 3).
Die Klassensiege gingen an:
Klasse 1 (Frühe Einvergaser): Frank Orthey (Autodynamics) vor Sarah Havermans (L, Apal) und Achim Rossmann (Rion)
Klasse 2 (Späte Einvergaser): Robin Kluth (Hick) vor Patrick Havermans (L, Celi) und Jukka Puurunen (FIN, Veemax)
Klasse 3 (Zweivergaser): Nick Ohlinger (Kaimann) vor Andi Türk (Steck) und Dieter Hofbeck (Fuchs)
Klasse 4 (Luftgekühlte Super Vau): Fred Hoenle (Kaimann) vor Rob van Hoorn (NL, Kaimann) und Detlef Brehmer (Celi)
Klasse 5 (Wassergekühlte Super Vau): Wolfgang Rafflenbeul (Royale) vor Wolfgang Götz (Veemax) und Rüdiger Mager (Lola)
Klasse 7 (Moderne Formel Vau): Joe Welzel (DRM) vor Manfred Benninger (Mega) und Tom Eder (Tatuus)


Im zweiten Wertungslauf am Sonntagvormittag brachte das Wetter diejenigen Piloten, die sich für Slicks oder Regenreifen entscheiden mussten in arge Nöte. Viele setzen auf Regenreifen, was sich in der Vorstartaufstellung noch als sehr passend erwies. Die Strecke hatte allerdings überraschend guten Grip und trocknete dann rasch ab, was diejenigen Fahrer bestätigte, die auf „Sommerreifen“ – so die Sprachregelung einiger Aktiver – gesetzt hatten. „Winterreifen“ waren knapp dann doch nicht angesagt. Obwohl, bei den Temperaturen ;-)
Nach 30 anstrengenden Minuten hatte insgesamt Dirk Kornmeyer (Klasse 5) die March-Nase vorne vor Andreas Türk (Steck, Klasse 3) Franz Kapeller (A, Kaimann, Klasse 4).
Die Klassensiege gingen an:
Klasse 1 (Frühe Einvergaser): Frank Orthey (Autodynamics) vor Achim Rossmann (Rion) und Sarah Havermans (L, Apal)
Klasse 2 (Späte Einvergaser): Tom Ernst (RPB) vor Bart Kuipers (NL, Kaimann) und Robin Kluth (Hick)
Klasse 3 (Zweivergaser): Andi Türk (Steck) vor Günther Filthaut (Kaimann) und Nick Ohlinger (Kaimann)
Klasse 4 (Luftgekühlte Super Vau): Franz Kapeller (A, Kaimann) vor Peter Hackner (Royale) und Thomas Schmidt (Royale)
Klasse 5 (Wassergekühlte Super Vau): Dirk Kornmeyer (March) vor Detlef Creutz (Maco) und Wolfgang Rafflenbeul (Royale)
Klasse 7 (Moderne Formel Vau): Tom Eder (Tatuus) vor Manfred Benninger (Mega) und Bernd Bretschneider (Merlin)


Beim „Gesamt-Gesamtsieger“ aus der Addition beider Ergebnisse stockte Andreas Türk (Steck, Klasse 3) seine bereits beträchtliche Pokalsammlung vom Wochenende nochmals auf. Er siegte vor Franz Kapeller (A, Kaimann, Klasse 4) und Peter Hackner (Royale, Klasse 4). Damit ist der Mann aus dem oberbayerischen Amerang auch Favorit für den diesjährigen Otto Mathé-Wanderpokal von Formel-Vau-Partner Mathé. Er geht als Führender nach Zolder, wo die Meisterschaft im September ihre Fortsetzung findet – und das Rennen um den Mathé-Pokal 2016 entschieden wird.


Vorher gibt es allerdings noch das „Formel-Vau-Sommermärchen“. Nach den Formel-Vau-Präsentationen Ende Juli in Le Mans geht es zusammen mit den südafrikanischen Formel Vau-Freunden auf eine Urlaubsfahrt durch Frankreich, Belgien, Deutschland und Holland. Dort findet dann das Vau-Sommermärchen in Zandvoort beim Goldpokal-Finale seinen Höhepunkt. Auf dem Dünenkurs entscheidet sich, wer die Jubiläumsserie (2014 – 2016) gewinnt und den begehrten Gold-Pokal mit nach Hause nehmen darf. Ganz sicher ist das Formel-Vau-Sommermärchen eine Aktivität mit viel „born to be V“-Spirit.


Aller Ergebnisse hier.


Text: Frank Orthey
Fotos: Astrid Orthey, Wolfram Winkler, Frank Böhr

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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