05/02/18

Hockenheim 2018

Volles Feld zum Saisonstart
55 Fahrzeuge standen beim Saisonstart der DMV-Formel Vau in Hockenheim auf der Nennliste. Das war wieder mal volles Haus – und gut für viele beindruckende Momente im Motodrom.

Die Aktiven der historischen Formel Vau hatten lange warten müssen bis es nun wieder richtig los ging in eine prall gefüllt Saison mit ihrer Formel Vau. Und insofern waren Wiedersehensfreude und Erwartungen groß. Das wurde beim Eintrudeln und den ersten Benzin- und anderen Gesprächen im Fahrerlager sichtbar. Der menschliche Kontakt ist eine besondere Qualität in der Serie, die auch bei schwierigen Themen hilfreich ist.

Der Trend der Serienentwicklung zeigt weiter nach oben: wiederum waren es acht Neustarter, die Serienkoordinator Wolfgang Rafflenbeul im überfüllten Briefingroom bei der Fahrerbesprechung mit Rennleiter Heinz Weber begrüßen durfte: Lara-Luisa Link (als Gewinnerin der Jugendförderung 2017 und Philipp Orthey, Kenneth Schlienz, ebenfalls ein Gewinner der letztjährigen Jugendförderung, Frank Weissmann im wunderschönen RSM Tasco HT 138, Vater und Sohn Thomas und Tim Renn vom Renn-Team ;-), Rüdiger Müller und Johann Wanger aus Liechtenstein im von Legende Louis Christen selbst betreuten LCR. Die Erststarter wurden vor der eigentlichen Fahrerbesprechung bereits am frühen Samstagmorgen durch die beiden Serienkoordinatoren Dr. Tom Eder und Wolfgang Rafflenbeul in einem eigenen Briefing vorbereitet. Besonders der Trend, dass sich nun vermehrt auch jugendliche Starter unter die Aktiven mischen, macht Freude. Sowohl in der Begegnung zwischen jung und jung-geblieben als auch auf der Strecke. Eine erfrischende Bereicherung für Serie und Gemeinschaft – und so sicher einzigartig im Historischen Motorsport.
Am Samstag gab es gleich um 10.00 Uhr das freie Training, zu dem 53 Fahrzeuge antraten. Die ersten waren bereits wieder von ihrer Einführungsrunde zurück, als die letzten gerade die Boxengasse verließen. Wie zu Saisonbeginn nicht ganz unüblich, gab es allerdings auch eine nicht unerhebliche Ausfallquote. Die forderte die Schraubergemeinschaft – was ja auch Teil der besonderen Vau-Kultur ist. Auch hier hilft neben technischer Kompetenz vor allem das menschliche Miteinander. In vielen Fällen waren die Aktivitäten erfolgreich – technisch und menschlich sowieso ;-) Heinz-Peter Hartmann (Vogt, Klasse 3)und Frank Böning (Zink, Klasse 1) mussten allerdings leider den Saisonauftakt frühzeitig beenden und zusammenpacken. Winfried Kornmeyer wechselte wegen eines vor Ort nicht reparablen Schadens am March in das T-Car des Teams.

Die vielen Fahrzeuge auf der Strecke fordern die Aktiven besonders. Trotzdem gibt es manchmal Missverständnisse, die zu Kollisionen führen. Wie diesmal zwischen den beiden Roberts aus Holland und Österreich. Nachdem der erste Brass verraucht war, wurde die Sache aber im born-to-be-V-Modus menschlich und sportlich fair geklärt. Den technischen Rest erledigte „Tjassing“ Power unter Einsatz eines Schweißgerätes. Und schon war Rob van Hoorn im schnellen Kaimann mit frisch revidierten Motor wieder mit dabei bis zum Abwinken am Sonntag. Und bis zum Geburtstag von Sohn Ruben, der am Sonntag 18 wurde und als dritter der Jugendförderung noch in diesem Jahr ins Geschehen eingreifen will. Die van Hoorns sind ja bereits jetzt in drei Generationen im Fahrerlager vertreten. Die holländische Formel-Vau-Legende Jaap kümmert sich um die Motoren, Rob ums Fahren und Ruben macht einstweilen noch tolle Fotos und engagiert sich für die Facebook-Präsenz des Vereins. Künftig allerdings wird er in bester Familientradition in dritter Generation auf der Strecke im Formel Vau aktiv werden und den Altersschnitt weiter senken.

Im Zeittraining wird die Startaufstellung für die Gleichmäßigkeitsläufe nach Bestzeit herausgefahren. Das dient der Sicherheit und reduziert die Überholvorgänge in den ersten Runden. Ganz vorne lieferten sich die schnellen Klasse 5 Fahrzeuge ihre Zeiten-Duelle. Der Schweizer Max Kohler hatte diesmal die Nase seines Ralts mit einer niedrigen 1:58-er Zeit knapp vor Dirk Kornmeyer im March. Rüdiger Mager (Lola), Wolfgang Götz (Veemax) und Markus van Haken (Lola) komplettierten die ersten 5 mit ihren Klasse 5-Fahrzeugen der wassergekühlten Super Vau. Besonders erfreute die Platzierung Markus van Haken, der nach dem Premierenjahr in der Serie (Klasse 3) nun eine wassergekühlte Vau-Premiere feierte. Joe Welzel war wie so oft auf P 6 schnellster „moderner“ Vau (Klasse 7). Dann folgte bereits Rob van Hoorn im extrem gut gehenden luftgekühlten Kaimann (Klasse 4). Die Top-Ten wurden komplettiert durch Günther Filthaut und Winfried Kornmeyer in ihren Kogos (Klasse 7) und Leo Sommer im luftgekühlten RSM-Tasco (Klasse 4). Auf Platz 11 gelangte der schnelle Meister der Serie von 2016 und 2017 ein: Robin Kluth platzierte seinen Einvergaser-Hick (Klasse 2) wie gewohnt weit vorne.

Besonders erfreut waren auch die Teammitglieder des ORTHEYs-Formel-Vau-Junior-Teams, Lara Luisa Link und Philipp Orthey, der zudem 21.sten Geburtstag feierte. Die beiden teilen sich den Austro Vau von Astrid Orthey – und haben als Ersatzfahrzeug deren Autodynamics zur Verfügung. Für den Fall der Fälle. Der diesmal nicht eintrat, da der Austro völlig problemlos lief und die NachwuchspilotInnen ihn sehr diszipliniert, umsichtig und zügig bewegten. Auch die Boxenstopps in den Trainings klappten perfekt. Nach ca. 2. Minuten waren Fahrer, Transponder, HANS-System und Startnummer gewechselt – und weiter ging’s. Die halbierte Trainingszeit hatte natürlich Auswirkungen auf die mögliche Trainings-Performance. Der Teamchef (hier in Zweitfunktion als Schreiberling am Werke) war allerdings auch so sehr zufrieden und freute sich an der Boxenmauer und auch später in der Wohn-Stube, dem Truck von Christoph Wohn, der dem Junior-Team fürs Wochenende als Wohnungs- und Boxenersatz diente. Einzige Einschränkung der Freude: ein Ungemach der Zeitnahme führte zu einer kleinen Startplatzirritation. Aber die Wertungsläufe sollten ja noch kommen.

Der erste kam bereits am Abend. Im Junior-Team saß das Geburtstagskind diesmal im Cockpit. Mit-Junior Kenneth Schlienz musste leider vor dem Wertungslauf mit unüberhörbaren Motorproblemen aufgeben. Insofern ging das Feld leicht dezimiert auf die Gleichmäßigkeitsreise. Ein weiterer Lauf ohne Zwischenfälle belohnte die Aktiven mit viel ungetrübter Fahrtzeit. Für die FahrerInnen kommt es im bewährten Format der Formel Vau darauf an, ihre schnellste Runde möglichst genau zu treffen. Die drei Runden mit der geringsten Abweichung ergeben die Wertung. Und wer die Ergebnislisten und die erstaunlich wenigen Strafpunkte anschaut, der erkennt bald, wie gleichmäßig hier gefahren wird. Gesamtsieger Tom Ernst (Lola, Klasse 4), der sich ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk machte, brachte es auf lediglich 97 Strafpunkte, Andreas Franz (MoTuL, Klasse 3) als zweiter folgte mit nur 106 vor Joe Welzel (DRM, Klasse 7) mit 109. Wer dann die Rundenzeiten dazu nimmt mag erkennen, dass in diesem Format tatsächlich gleichmäßig schnell gefahren wird. Und dies mit Um- und Rücksicht, die gestützt wird durch klare und verbindliche Fahrtregeln: Das langsamere Fahrzeug hält die Linie, der überholende trägt die Verantwortung für den Überholvorgang und das Überholen hat im Einvernehmen zu erfolgen. Der erste Wertungslauf in Hockenheim zeigte, dass das funktioniert – und auch optisch für die Zuschauer eine Augenweide ist.

Am Abend gab es nach drei Läufen dann im Clubzelt reichlich Gelegenheit, um sich über dies und anderes technische und menschliche auszutauschen. Während draußen ein reinigendes Gewitter tobte, erwärmte man sich im Zelt an und mit den Geschichten des zurückliegenden Tages.
Diese wurden am Sonntagnachmittag zur besten Sendezeit um 14.20 Uhr im zweiten Wertungslauf fortgesetzt. Auch er ging ohne Zwischenfälle und bei allerbesten Bedingungen über die Strecke und endete mit einem Erfolg von Günther Filthaut im Kogo (Klasse 7) vor Newcomer Tim Renn (Olympic Klasse 2) und Mark Spanbroek (NL, Kaimann, Klasse 3). Filthaut überzeugte nicht nur durch die brillante Neulackierung seines Kogo, sondern vor allem sportlich mit nur 50 Strafpunkten vor seinen Mitkonkurrenten, die mit 85 und 92 das hauchdünne Nachsehen hatten. Seine nahezu in Perfektion gleichmäßig schnelle Fahrt reichte für Günther Filthaut, der bereits in den 1970-er Jahren aktiv Formel Vau fuhr, als uneinholbares Polster für den Gesamtsieg des Wochenendes, der mit dem Heinz Fuchs Wanderpokal belohnt und geehrt wurde. Herzliche Gratulation an alle Sieger und Platzierten.
Alle Ergebnisse hier.

Es war ein Saisonauftaktwochenende mit vielen schönen Szenen und Bildern. Besonders nachhaltig wirkte beim Berichterstatter das Podium der Klasse 2 im zweiten Lauf. Da Stand Tim Renn als junger Erststarter ganz oben vor Lara-Luisa Link (18) und dem amtierenden Meister Robin Kluth auf Platz 3, der ja mit Blick in die Runde der Aktiven auch noch locker als „jugendlich“ durchgeht. Ein Podestfoto mit so viel glatter und faltenfreier Haut – das ist Premiere in der Historischen Formel Vau Europa. Wir werden uns (gerne) daran gewöhnen.

Text: Frank Orthey

Foto: Dirk Hartung, Agentur Autosport.at und Astrid Orthey

Clubmitglieder finden Galerien vom Wochenende im internen Bereich der Website.

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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