Hockenheimring 2013 (1): 5. und 6. Lauf zur FV-Gp (D)

Heiße Läufe in Hockenheim

Arie Luyendyk zu Gast bei der Historischen Formel Vau

An diesem heißen Wochenende bekam für die Starter der Historischen Formel Vau Europa der Begriff „wet race“ eine neue Bedeutung. Kaum ins Auto eingestiegen und 10 Minuten in der Hitze des Vorstarts gebrütet, schon waren die inneren Bedingungen ziemlich „wet“. Und dabei blieb es dann auch unabhängig vom inneren und äußeren Betriebszustand. Die Gluthitze von bis zu 39 Grad konnte dem Treiben der 48 FahrerInnen auf der Strecke indes keinen Abbruch tun. Im Fahrerlager war jedoch die ständige Suche nach den besten Abkühlungsabstimmungen angesagt. So wurden die Overalls mit Kühlakkus „gepolstert“ oder die „Cool-Down-Lap“ wurde im aufblasbaren Pool verbracht.

Im freien Training zum 5 . und 6. Lauf zur FV-Gp D gingen 47 Formel Vau und Super-Vau-Fahrzeuge auf die Strecke. Leider musste Günther Huber, Jun., Sohn von Teamchef Günther Huber, dem Formel Vau Europameister von 1967, schon zuvor zusammenpacken und den langen Heimweg nach St. Pölten in Österreich antreten. Ein nicht abzudichtendes Ölleck stoppte das Huber-Team und so musste Bruder Markus die Fahnen hochhalten, was er in der luftgekühlten Super Vau (Klasse 4) auch eindrucksvoll machte. Platz 4 im freien Training hinter Urgestein Fred Hoenle, der bereits seit 1970 in der Formel Vau in Hockenheim mit dabei ist. Hoenle positionierte sich zunächst auf P 3. Vorne mit Zeiten unter 2 Minuten die beiden wassergekühlten Klasse 5-Boliden vom Team „Die Super Vaus“: Position 1 ging an Wolfgang Götz im Veemax, knapp dahinter Teamkollege Rüdiger Mager im Lola T 620. Letzterer sorgte nebenamtlich auch noch für das leibliche Wohlergehen der Aktien, Helfer und Gäste im Clubareal - mit höchst schmackhaften schwäbischen Maultaschen! Aber die gab es erst nach den Trainings.

Wie bereits in jedem der vorhergehenden Läufe 2013 gab es auch dieses Mal wieder Erststarter in der FV-Gp: Jean-Jaques Meyer, in den 70-er Jahren aktiv in Karringer-Zweivergaser-Rennern, fuhr beim Comeback den McNamara aus dem Team EMS-Motorsport von Wendelin Egger, Uli Kabel debütierte im wassergekühlten Chevron B 50 Super Vau in der Klasse 5 und zeigte gleich, dass er auch ohne Dach und jenseits der Nordschleife schnell ist und bei den modernen Formel Vaus der Klasse 7 war es Martin Gregl, der erstmals in einem Wertungslauf im DRM Platz nahm.

Im Qualifiying, bei dem die Startaufstellung nach Bestzeiten ausgefahren wird, um zu gewährleisten, dass für die Gleichmäßigkeitsprüfungen sichere und für alle chancengleiche Bedingungen herrschen, dominierte nun der Klasse 5 Lola T 620 von Maultaschen- und Lolaspezialist Rüdiger Mager. Teamkollege Wolfgang „Bobo“ Götz musste sich dann später auf die schwäbische Teigwaren-Spezialität und seinen Nebentätigkeit als Referent für die Clubmeisterschaft beschränken, weil der schnelle (Vee-) „Max“ seinen Dienst einstellte. Es sollte überraschender Weise einer der wenigen Hitzeschäden bleiben. Zweiter in der Zeitenliste dann Markus Huber (A) auf Kaimann vor Joe Welzel (DRM, Klasse 7), Fred Hoenle (Kaimann, Klasse 4 ) und Günter Filhaut im wunderschönen Lola Super Vau der Klasse 4. Schnellster Zweivergaser Formel Vau 1300 (Klasse 3) wurde Ingolf Sieber auf P 18, schnellster Einvergaser (Klasse 2) Robin Kluth auf P 21. Astrid Orthey, die als amtierende Meisterin der Klasse 3 in diesem Jahr eine technisch bedingte Pechsträhne hatte, freute sich über den wieder funktionierenden Maco und P 5 in der mit 13 Startern stark besetzten Klasse 3.

Abends gab es dann vertiefende Benzingespräche über dieses und anderes, diesmal auch gemeinsam mit den Aktiven der Boxerpokal-Gp, einer Gleichmäßigkeitsserie für Rennkäfer, die in Hockenheim ihre Rundstreckenpremiere feierte und bei ausgewählten Veranstaltungen gemeinsam mit der Historischen Formel Vau antritt.

Mit dabei an beiden Tagen im Fahrerlager der Historischen Formel Vau war Indy-Legende Arie Luyendyk, einer der erfolgsreichsten Formel Super Vau-Piloten überhaupt: Champion sowohl in Europa wie auch in den USA. Zudem gewann Arie zweimal das Indy 500 (1990 und 1997) und hielt bis 2013 (!) mit einer Durchschnittsgeschwindigeit von 299,308 km/h den Rekord für die schnellste dort je gefahrene Runde. Bitte beachten: es handelt sich um die Durchschnittsgeschwindigkeit! Gefahren 1990. Heute lässt es der gebürtige Holländer etwas ruhiger angehen. Seit dem Gastauftritt der Historischen Formel Vau beim großen Jubiläumsevent im Januar in Daytona ist Arie Luyendyk Clubmitglied. Mit Hilfe von Freund Thomas Karr wird derzeit ein Karringer-Zweivergaser aus dem Erstbesitz seines Vaters Jaap Luyendyk restauriert. Die Szene spekuliert natürlich, wann die Legende ins Formel Vau oder Super Vau-Cockpit zurückkehrt. Die Historischen Formel Vau freut sich jedenfalls auf ein baldiges Wiedersehen!

Am Samstag ging es gleich um 09.00 Uhr auf die Strecke. Sehr zur Freude der tageszeitbedingt etwas abgekühlten FV-Gp-PilotInnen.

Was sich dann den wenigen Zuschauern bei den Porsche Club Days bot, war eindrucksvoll: das gesamte Motodrom voller Formel Vaus und Super Vaus, die zum fliegenden Start strebten. Wie üblich gab es nach problemlosem Startprozedere viele spannende und schön anzuschauende kleine „Duelle“ der Aktiven, die ja ihre Wertung um die gleichmäßigsten Runden ausfahren. In 6 Klassen zeigte die FV-Gp die Formel-Vau-Geschichte von 1964 bis heute. Dadurch ist auf der Strecke immer was los. Alleine wegen der vielen Überrundungsvorgänge – fahren doch die schnellsten Fahrzeuge Zeiten unter zwei Minuten, ein 1200-er Fahrzeug der frühen Klasse 1 fährt hingegen über eine halbe Minute langsamer! Diese Herausforderung bewältigen die Piloten mittlerweile routiniert mit viel gegenseitiger Rücksichtnahme. Es gilt die im Reglement festgelegte Regel, dass das langsamere Fahrzeug seine Linie hält, der Überholende für den Überholvorgang zuständig ist und das Vorbeifahren im Einvernehmen der beteiligten Fahrer erfolgt. Das ist die jahrelang bewährte Erfolgsregel für sichere und spannende Gleichmäßigkeitsläufe, die mittlerweile auch in anderen Rennserien übernommen wurde.

Den ersten Wertungslauf gewann insgesamt der schnelle Zahnarzt Bernd Bretschneider im Merlin Formel Vau der Klasse 7 vor Alfred Ecker aus Linz im Fuchs der Klasse 4 und Günter Filthaut im Lola (ebenfalls Klasse 4). Die Klassen gewannen: Christian Seineke im Apal siegte in der Klasse 1, Robert Waschak aus Österreich im Austro Vau in der Klasse 2, Astrid Orthey im Maco gewann die Klasse 3 und strahlte wieder, Alfred Ecker (A) im Fuchs die Klasse 4, Rüdiger Mager im Lola die Klasse 5 und Bernd Bretschneider stand in der Klasse 7 ganz oben am Stockerl.

Die anschließenden Abkühlungsversuche verdampften dann irgendwie und zur besten Sende- und Temperaturzeit gab es den 2. Lauf, der wirklich niemanden kalt ließ. Unter extremen Temperaturbedingungen hielten alle Fahrer die Aufmerksamkeit und kamen „wet“ aber fahrtwindbedingt leicht abgekühlt ins Ziel. Sieger des 2. Wertungslaufes wurde Fredi Ecker vor dem mehrfachen Ex-Meister Gerd Hinz im MoTuL (Klasse 3) und Manfred Benninger im Mega (Klasse 7). Er ist der erfahrenste Pilot im Feld, zählt doch stolze 80 Lenze.

Die Klassensiege gingen an Christian Seinecke (Apal), den Jan-Wellem-Pokal-Gewinner vom Eifelrennen, Marco Wittkuhn (Kaimann), Gerd Hinz, Alfred Ecker, Debütant Uli Kabel im Chevron und Manfred Benninger.

Alle Ergebnisse und Zeiten hier.

Mehr historische Formel Vau gibt es dann bei der FV-Gp Austria im September auf dem Salzburgring. Dort werden die Läufe 3. und 4 zur österreichischen Clubmeisterschaft um die FV-Gp A ausgefahren. Ob es auch dort wieder „wet“ wird, liegt daran, ob sich der legendäre Schnürlregen oder das beliebte Kaiserwetter durchsetzen wird.

Jedenfalls wird die Historische Formel Vau auch im Salzburger Land wieder frei nach dem Motto antreten: „Born to be Vee!“

Bericht (Langfassung) als PDF hier.

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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