FV-Gp Austria am Salzburgring

FV-Gp gastiert am Salzburgring

Wie so oft auf dem Weg ins Salzburger Land, so war auch diesmal das Wetter bei den anreisenden 23 Teams ein großes Thema. Verwöhnt von den Kaiserwetter-Läufen in den vergangenen Jahren, drohte nun laut Wetterprognose ein durchwachsenes FV-Gp-Wochenende mit Aussicht auf Salzburger-„Schnürlregen“-Einlagen …

Bei der sommerlichen Anreise und beim Aufbau des Formel-Vau-Lagers bis spät am Abend war nicht nur die Stimmung, sondern auch das Wetter sommerlich temperiert. Und so sollte es – entgegen den hartnäckigen Prognosen der Wetterdienste – auch bleiben. Übertraf somit das Wetter die Erwartungen deutlich, blieb das Nennergebnis hinter diesen zurück. Waren es doch im Vorjahr 34 Starter gewesen, die auf den Hochgeschwindigkeitskurs nahe Salzburg gingen. Auch die insgesamt sehr ermutigende Entwicklung der Starterzahlen – in der deutschen FV-Gp waren es durchschnittlich 49 und insgesamt 78 Starter in diesem Jahr – konnte nicht verhindern, dass es für dieses Mal bei diesem eher mageren Ergebnis blieb. Ein Hintergrund ist sicherlich die Lizenzthematik der unterschiedlichen nationalen Serien, ein anderer die relativ enge zeitlich Taktung der Läufe in Zandvoort, am Salzburgring und am Red-Bull-Ring mit jeweils nur 3 Wochen Abstand und für viele sehr großen Entfernungen.

Einmal vor Ort und eingerichtet, war das kein Thema mehr. Nach technischer und administrativer Abnahme im Laufe des Freitags ging es nur mehr ums Fahren auf der oft unterschätzten schnellen Strecke. Freies Fahren und Testen war noch am Freitag angesagt. Den Autor dieser Zeilen raffte es nach wenigen Runden mit Motordefekt hinweg, was der Stimmung leicht abträglich war. Alle anderen drehten zuverlässig ihre Runden. Abends gab’s dann zum Trost einige "Runden", weil einige Aktiven nicht nur auf der Strecke, sondern auch im Lebensalter gerundet hatten – passen zum runden 50-Jahre-Jubiläum, das die Formel Vau in diesem Jahr beginnend in Europa begeht: 1964 waren die ersten Fahrzeuge da, 1965 fand das erste Rennen statt (Norisring) und 1966 die erste offizielle Meisterschaft. Auch die Formel Vau Europa wurde 1966 in München gegründet. Am Salzburgring war die Formel Vau von Anfang an – also seit 1969 – mit dabei. Nach 45 Jahren dreht sie dort immer noch ihre Runden!

Am Samstag ging es kurz nach 11.00 Uhr ins Qualifying, bei dem Markus Huber im luftgekühlten Kaimann Super Vau der Klasse 4 ganz nach vorne fuhr. Sein „Teamchef“ ist eine der österreichischen Formel Vau-Legenden: Vater Günther Huber, Europameister 1967 und gemeinsam mit Jochen Rindt und Michael Walleczek damals auch Sieger der inoffiziellen Formel-Vau-Weltmeisterschaft. Hinter dem historischen Kaimann platzierte sich Joe Welzel im modernen Vau der Klasse 7. Joe laborierte an Lenkungsproblemen und war auf alten Reifen unterwegs, prognostizierte für die Läufe aber eine deutliche Verbesserung der Zeiten. Und wer den schnellen Mann kennt, der weiß, dass das immer auch heißt: Podest verdächtig gleichmäßig schnell. Denn darum geht es  in den Serien der FV-Gp: um gleichmäßige Runden im Verhältnis zu einer Referenzrunde. In der zweiten Reihe der Startaufstellung für die Läufe folgten dann Tom Ernst im neuerworbenen Lola Super Vau aus dem fernen Bad Oldesloe und der Serien-Oldie Manfred Benninger mit jugendlichen 81 Jahren! In der dritten Reihe dann der Eidgenosse Christoph Hasler im neu aufgebauten Lola T 252 (Klasse 4) vor Franz Kapeller im modernen DRM der Klasse 7.

Schnellster der Klasse 2 der späten Einvergaser war auf P 9 wie so oft Youngster Robin Kluth im seltenen österreichischen Hick, für die Zweivergaser (Klasse 3) war es Wendelin Egger im Kaimann auf P 10. Ganz hinten stand als einziger verbliebener Starter der Klasse 1 das älteste Auto im Feld, der wunderschöne Beach von Manfred Nord aus Speyer. Der erfahrene Rennfahrer, der in diesem Jahr die frühe Einvergaserklasse bereichert und bei jedem Lauf dabei ist, trieb erwartungsgemäß das Feld vor sich her. Und hatte wie alle anderen Aktiven großen Spaß – auch wenn der erhoffte Sparringspartner im Autodynamics ihm ja bereits durch Motorschaden abhanden gekommen war. In der frühen Einvergaserklasse (Klasse 1 1964 – 1966) sind diejenigen Formel Vaus zu sehen, die am ehesten den Grundgedanken „Motorsport für Jedermann“ verdeutlichen. Wegen der Urigkeit und der Sichtbarkeit des Grundgedankens ist diese Klasse einerseits so beliebt, andererseits ist sie auch oft nicht üppig besetzt, weil viele Aktive „aufsteigen“. Und auch in Teams, die über Fahrzeuge mehrerer Klassen verfügen, bleiben die alten Autos häufig in der heimischen Garage und werden geschont. Bleibt zu hoffen, dass sich dies im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen ändert und auch die ursprünglichen Beach- und Formcars, die Autodynamics und Apals wieder zahlreich auf die Strecken zurückfinden und den Zuschauern zeigen, wie es losging damals im Jahre 1964.

Zuschauer waren in Salzburgring traditionell und sicher auch witterungsbedingt viele auf den Tribünen sowie den Hängen rund um den landschaftlich schön eingebetteten Ring. Diese sahen in den Wertungsläufen schöne kleine Gruppen in fairen sportlichen Mehrkämpfen um die gleichmäßigsten Runden. Drei folgenlose kurze Kiesbettbesuche am gesamten Wochenende sind eine Bilanz, die zeigt, wie rücksichtsvoll und umsichtig in der FV-Gp gefahren wird.

Gesamtsieger des ersten Laufes wurde der Linzer Johann Hass im Austro Vau (Klasse 2) vor Lokalmatador und Technikvorstand Robert „aus Sankt Gilgen“ Waschak, der diesmal als Gastfahrer im Olympic unterwegs war (Klasse 2) sowie Joe Welzel im DRM PRT der Klasse 7. In den Klassen siegten Manfred Nord (Klasse 1), Johann Hass (Klasse 2), der Wiener Alfred Przihoda (Kaimann, Klasse 3), Markus Huber (ebenfalls Kaimann, Klasse 4), und Joe Welzel (Klasse 7).

Allerbestes Kaiserwetter dann am Sonntag mit nahezu 30 Grad. Dazu allerbeste Stimmung – und als Ergebnis dieser Kombination in Verbindung mit rücksichtsvollem Fahren allerbester Gleichmäßigkeitssport!

Gesamtsieger im 2. Lauf am frühen Nachmittag wurde Peter Ramann im frühen Fuchs der Klasse 2 vor Robert Auer im Austro Vau (ebenfalls Klasse 2) und Robert Waschak (ebenfalls Klasse 2 im Olympic) – ein reines Podium der Gesamtsieger aus der späten Einvergaserklasse! Die Klassensiege gingen an Manfred „Manni“ Nord (Klasse 1), Peter Ramann (Klasse 2), Wendelin Egger, der seinen defekten Kaimann durch den „Steck“ aus dem Team Türk ersetzen konnte (Klasse 3), Markus Huber (Kaimann, Klasse 4) und Franz Kapeller (Klasse 7).

Pechvogel war diesmal Oldie Manfred Benninger, dessen Motor spektakulär hochging und eine Ölspur besorgte, die den Abbruch erforderte. Obschon auf Platz 2 unterwegs, kam der schnelle Senior nicht in den Genuss von Punkten, weil das Kriterium Zielankunft fehlte. Beim nächsten Mal wieder!

Das tolle Österreich-Wochenende am Salzburgring wurde abgerundet durch die wie üblich perfekte Organisation des HistoCup Austria sowie die kulinarischen, ortsüblichen Verwöhnaromen und -geschmäcker, die Robert Waschak, diesmal auch als Catering-Chef unterwegs, im Salzburger Land organisiert hatte.

„Born to be Vee“ hat eben viele angenehme Seiten!

Weiter geht’s Ende September auf der österreichischen Grand Prix Strecke in der Steiermark!

Frank Orthey

 

Alle Ergebnisse hier.

 

Video hier (Mitfahrt bei Markus Huber)

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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