Formel Vau-Sommermärchen zwischen Le Mans und Zandvoort

Das diesjährige "Formel-Vau-Sommermärchen" startete mit Präsentationsläufen in Le Mans. Gemeinsam mit den Formula Vee-Freunden aus Südafrika war anschließend ein gemeinsames Urlaubsprogramm in Frankreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden angesagt. Den krönenden Abschluss bildete das Goldpokal-Finale auf dem Dünenkurs in Zandvoort.

Am letzten Juliwochenende hatte die Historische Formel Vau Europa die einzigartige Gelegenheit, die ganze Geschichte der Formel Vau in Le Mans zu präsentieren. Samstags und Sonntag gab es im Rahmen des Super VW-Festivals je vier Präsentationsläufe a 25 Minuten. Viel Fahrzeit für die circa 30 Aktiven. 20 Fahrzeuge des starken Feldes stellte der Verein. Dazu kamen etwa 10 französische Formel Vau- und Super Vau-Rennfahrzeuge. Obwohl die Formula Vee in Frankreich nicht die Bedeutung erlangte wie in anderen europäischen Ländern, gab es sie eben doch. Mit interessanten Konstruktionen und einer sehr lebendigen Bergrennszene. Viele Autos sind erhalten, zum Teil original und zum Teil originalgetreu restauriert. Dank der französischen Clubmitglieder der HFVE Dominique Nussbaumer und Renaud Lechalier gedeiht jetzt eine historische Vau-Szene, die in Le Mans erstmalig ein deutliches Zeichen setzte.

Mit dabei waren die zum Jubiläums-Sommermärchen eingeladenen Formula Vee-Freunde aus Südafrika: Ben und Maritjie Pienaar, Stella und Symm Grobler und Greg Wilson.

Sie nahmen die einzigartige Gelegenheit wahr und bewegten unterschiedliche Fahrzeuge vor legendärer Kulisse. In der Startaufstellung waren sie beim Grid-Walk viel angesprochene Gäste.

Am Montag ging es dann mit einer kleinen Gruppe zum erholsamen Teil des Sommermärchens. Erste Station war das malerische Städtchen Honfleur. Die nächste Etappe führte dann mit mehreren Boxenstopps ins Ahrtal und dann an den Niederrhein. Dieser Programmteil kam nicht ganz ohne Motorsport aus. Auf der Michael Schumacher Kartbahn in Kerpen gab es ein kleines Aufwärmtraining für das kommende Wochenende in Zandvoort. Unschlagbar Lokalmatador Stephan Gremler, dem allerdings Greg Wilson im Nacken saß. Die Mannschaft der 55-jährigen folgte dahinter. Ben Pienaar, Symm Grobler, Wolfgang Götz und Frank Orthey teilen alle dieses Alter. Und bei den Besuchen in Südafrika und Europa auch die jeweiligen Autos. Für die südafrikanischen Fahrer ist das auch deshalb interessant, weil es sich dort um eine aktuelle Formula-Vee-Rennserie handelt. "Historische" Autos zu fahren, ist für sie insofern eine besondere und sehr geschätzte Erfahrung.

Die Formel Vau bot zum krönenden Abschluss in Zandvoort ein voll gefülltes historisches Formel Vau und Super Vau-Feld. 41 Fahrzeuge und 43 Fahrer traten zum Goldpokal-Finale an. Damit wurde die Jubiläumsserie (2014 - 2016) abgeschlossen. Zudem gab es am Samstag noch einen zusätzlichen internationalen Lauf mit eigener Qualifikation und eigenständiger Wertung, also insgesamt 150 Minuten Fahrzeit auf der anspruchsvollen Dünenstrecke.

Das Geschehen auf der Strecke war - wie in der Formel Vau üblich - von sportlich disziplinierter Fahrweise gekennzeichnet. Und natürlich vom Bemühen um größtmögliche schnelle Gleichmäßigkeit. Denn es hatten noch einige Fahrer Chancen auf den attraktiven Gesamtsieg im Goldpokal. 2014 errang Thomas Keßler im Beach den Wanderpokal in Hockenheim, 2015 am Nürburgring war Günther Filthaut im Kaimann erfolgreich.

Anspruchsvoll war der erste Goldpokallauf dann allerdings wegen eines Regenschauers, der für einige Ausrutscher sorgte. Die Zandvoort-Lösung heißt in solchen Fällen "Code 60" - eine flexible und pragmatische Alternative bei Einschränkungen auf der Strecke, die die Formel 1 als "virtuelles Safety-Car" adaptiert hat.

Nach attraktiven Läufen freute sich der schnelle Zahnarzt Bernd Bretschneider (Merlin, Klasse 7) über den Gesamtsieg im Internationalen Jubiläums-Lauf. Die beiden Goldpokalläufe wurden in der Gesamtwertung dominiert wie selten zuvor in der Formel Vau. Unangefochten gingen sowohl die Gesamtwertung der beiden Läufe wie auch der Goldpokal 2016 an Mark Spanbroek (NL) im Kaimann (Klasse 3). 

Einige holländische Legenden bereicherten das Geschehen im Fahrerlager und bei der Siegerehrung. Mit Jaap van Hoorn, Jelle Hingst und Leo Stenbergen waren insgesamt 6 holländische und zwei Formel-Vau-Europameister mit dabei. Die Pokale wurde von Sportwagenlegende Gjis van Lennep überreicht, der 1965 und 1966 seine große Karriere (zwei Le Mans-Siege) in Beach und Austro-Vaus startete.

Gijs van Lennep ließ es sich nicht nehmen, die ein oder andere Geschichte aus den Anfangsjahren im Formel Vau zu erzählen - und setzte damit bei der Siegerehrung  interessante und lebendige geschichtliche Akzente. Ein krönender Abschluss der Serie zu den 50-Jahres-Jubiläen der Formel Vau in Europa.

Wer Gesamtsieger im Goldpokal wird und den großen Pott behalten darf, das wird erst bei der jährlichen Mitgliederversammlung mit Jahressiegerehrung im Februar 2017 bekannt gegeben. Die Jahressieger erhalten dann kleine "Goldpokälchen" als Erinnerung an ihre Erfolge.

Übrigens: Unsere südafrikanischen Vee-Freunde flogen Montag wieder zurück in den "Winter". Um am Dienstagmorgen (!) in der aktuellen Meisterschaft zu starten. Trotz entgangenem Qualifiying konnte Symm Grobler, der noch Chancen auf die Meisterschaft hat, gewinnen. Ben Pienaar wurde siebenter. Erfolge, die möglicherweise etwas mit dem europäischen Training zu tun haben könnten ;-)

Im Dezember heißt es dann "50th-Anniversary of Formula Vee in South Africa". Der Slogan der Serie lautet: "Real Racing since 1965!"

Wir sind dabei.

Denn das ist das zweite (!) Formel Vau Sommermärchen in diesem Jahr. So was gibt es eben nur in der Formel Vau mit ihrer weltweiten Verbreitung. Und dazu natürlich viel born to be Vee-Spirit.

Aller Ergebnisse hier.


Text: Frank Orthey


Fotos: Astrid Orthey, Heide Gremler, Ruben van Hoorn

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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