Formel Vau in den Dünen

Der 5. und 6. Lauf der diesjährigen internationalen Formel Vau fand auf dem Dünenkurs in Zandvoort (NL) statt. Bei angenehmen Temperaturen mit leichter "Luftkühlung" der durchgängigen Sonneneinstrahlung gingen 28 gemeldete Fahrer an den Start. Die zusätzlichen Demo-Läufe anlässlich "50 Jahre Formel Vau" bestritten zusätzlich 5 weitere Fahrer.
Formel Vau- und Super Vau-Legende Arie Luyendyk, dessen Auftritt "zuhause" in Holland von vielen Landsleuten mit Spannung und Vorfreude erwartet wurde, war extra aus den USA angereist, um den frisch restaurierten Karringer seines Vaters Jaap zu pilotieren. Jaap Luyendyk war zeitlebens in Holland eine zentrale Größe der Formel Vau. Nach 2 Runden im Zeittraining war allerdings Schluss für den Indy 500-Sieger: Pleuellagerschaden. Arie hatte den sich anbahnenden Defekt sofort gehört und die Box zur weiteren Diagnose angesteuert. Dort erhärtete sich dann die Enttäuschung. Bleibt zu hoffen, dass Arie Luyendyk 2016 wieder mit dabei ist, wenn die Formel Vau in den Niederlanden ihren 50sten Geburtstag feiert (erste Serie 1966). Vielleicht ja in seinem ehemaligen Super-Vau-Lola.

Leider blieb Arie Luyendyk nicht der einzige Ausfall. Ebenfalls mit Motorschäden mussten der aus München weit angereiste Siegfried Filthaut (Pichl) und Wolfram Winkler (Kaimann) frühzeitig abstellen (beide Klasse 3). Auch Ingo Knappe, der erstmalig seinen wunderschön restaurierten Einvergaser-Olympic an den Start brachte, blieb nicht verschont von Kinderkrankheiten und musste zusammenpacken. Dies Schicksal teilte leider auch Lokalmatador Rob van Hoorn, der seinen 3. Startplatz nicht einnehmen konnte - ebenfalls wegen Motorenproblemen. Winfried Kornmeyers March 82V (Klasse 5, wassergekühlte Super Vau) litt bereits vor dem Start an Simmerringproblemen. Und auch den ersatzweise eilends einsatzbereit gemachten Kogo PV 1 (Klasse 7, moderne Formel Vau) ereilte in der Qualifikation ein Motorschaden. Pech für das Green-Mamba-Team. Dafür war allerdings Dirk Kornmeyer trotz Einschränkungen durch die nötigen "Lärmschutzmaßnahmen" an seinem March durchweg schnellster Mann des Wochenendes. Mit 1:53.429 verwies er seinen Widersacher Joe Welzel (DRM, Klasse 7) auf den 2. Platz. Sensationall auf P 4 nach dem Zeittraining der junge Robin Kluth im Einvergaser-Hick, der den Zuschauern mit beherzten Drifts die Tränen in die Augen trieb. Auf P 5 dann "Alterspräsident" Manfred Benninger (82) im "modernen" Mega (Klasse 7) vor seinem Klassen-Kollegen Peter Kirchner (DRM). Die Top-Ten komplettierten die beiden von Wittkuhn-Tuning vorbereiteten Zweivergaser-Kaimänner (Klasse 3) von Marco Wittkuhn und Günther Filthaut. Die völlig reibungslose Top-Organisation des veranstaltenden DNRT (Dutch National Racing Team) ermöglichte es allen Aktiven, sich auf das Fahren und die anderen Genüsse vor Ort (Meer, Strand, Schwimmen, Fisch-Essen usw.) zu konzentrieren. Der Dünenkurs in Zandvoort ist für die Formel Vau außerordentlich geeignet und höchst selektiv. Er überzeugt mit anspruchsvollen Kurven und einem sagenhaften Grip. Um auch Neulingen das Auffinden der rechten Linie zu ermöglichen, stellte Zandvoort-Insider Rob van Hoorn am Samstag bei einem Track-Walk sein gesamtes Wissen zur Verfügung. Einschließlich selbst erprobter potenzieller Einschlagstellen, wenn es denn mal nicht so klappen sollte mit der Linie. Das Wochenende blieb denn auch ohne Unfälle und weitere Zwischenfälle. Die Fahrer genossen ihre reichlich vorhandene Fahrtzeit von 2 Stunden und 45 Minuten - einschließlich der beiden ungezeiteten Demo-Läufe. Diese ermöglichten es, die Linie bei niedrigeren Geschwindigkeiten ohne Trainings- und Wertungslaufdruck zu verfeinern.

Nach sauberem Start ging es dann Samstag in den ersten Gleichmäßigkeits-Wertungslauf. Nach einem abwechslungsreichen Lauf mit vielen kleinen Gruppen siegte der Luxemburger Patrick Havermans (Celi, Klasse 2) vor Sohn Benjamin (Monaco, Klasse 2) und dem Finnen Jukka Puurunen (Veemax, ebenfalls Klasse 2), der als ausgefuchster Zandvoort-Kenner gilt. Das Gesamt-Podium zeigt, dass Zandvoort eindeutig eine Einvergaserstrecke ist. Mit Zeiten um die 2 :10 beherzt bewegt, können die späten Einvergaser-Fahrzeuge gleichmäßig schnell bewegt werden.
Im zweiten Lauf am Sonntag konnte sich zwar Siegfried Fischer im Lola Super Vau (Klasse 4) als dritter aufs Podium fahren, die ersten beiden Plätze der Gleichmäßigkeits-Gesamtwertung gingen aber wieder in die Klasse 2. Zweiter wurde der schnelle Robin Kluth (Referenzzeit 2:03,182 ! 961 Strafpunkte). Sieger wurde Benjamin Havermans im Celi mit nur 481 Strafpunkten.

Gratulation an alle Sieger und Platzierten und ein großes Danke an alle Aktiven für ihre faire und rücksichtsvolle Fahrweise.

Mit einem holländischen Spezialitätenpreis wurde zudem Stephan Gremler von Ruben van Hoorn geehrt - für das "schönste Auto in Zandvoort" (RPB, Klasse 2).

Bei der Siegerehrung gab es neben den traditionell hochwertigen und kreativen Pokalen (diesmal mit dem Strecklayout in Edelstahl) ein geschmackvolles und praktisches Geschenk des DNRT für alle Fahrer anlässlich 500 organisierter Events. Gratulation an die DNRT-Organistoren um Huub Vermeulen und Ria Watereus.

Abschließend gab's dann ein großes Dankeschön an die Helferinnen und Helfer der Formel-Vau-Family. Und dann "Blumen für alle" - aus Holland. Damit ging ein entspanntes und lässiges Formel-Vau-Sommerwochenende zu Ende.

Das waren die Realitäten in Zandvoort. Ins Reich der Gerüchte des Sommerlochs muss wohl wegen fehlender Bildnachweise einstweilen die Geschichte verwiesen werden, dass sich - kurz gesagt - am Sonntag zu später Stunde zwei vor Ort gebliebene Aktive angesichts verschlossener Fahrerlagertore bei ihrem "Ausbruchsversuch" gegenseitig mit Rücken- und Bauchtechniken unterhalb des geschlossenen Gatters einen formidablen Wettstreit um die schönste Formel-Vau-Ausbruchstechnik lieferten. Auch das Fahrrad der werten Gattin des Berichterstatters soll dabei eine Rolle gespielt haben ... Aber das führt an dieser Stelle wirklich zu weit ;-)

Fakt sind alle Ergebnisse hier. Dort auch der Zwischenstand der Formel-Vau-Meisterschaft 2015.

Weiter geht es mit mehr Formel Vau bei den Septemberläufen um den Mathé-Pokal in Österreich auf dem Salzburgring und dann am Red-Bull-Ring.

Klar, dass auch dort wieder gilt: "Born to be V!"

Frank Orthey

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


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