Formel Vau im Salzburger Schnürlregen

36 Starter waren zum 7. und 8. Lauf der internationalen Formel Vau 2015 und zugleich zu den ersten beiden Läufen um den Mathé Wanderpokal zum Salzburgring gereist. Dort trafen sie auch die schnellste Frau der Formel Vau: Hannelore Werner (heute Hennerici) war Ende der 1960-er Jahre für ihre männliche Kollegen eine Herausforderung und fuhr mit ihnen auf Augenhöhe – und oft vor ihnen. Anlässlich des kleinen MAHAG-Olympic Treffens schnupperte sie mal wieder Formel Vau Luft.

Wasser von oben war allerdings das dominierende Thema für alle am Salzburgring. Am Donnerstagabend ins Salzburger Land angereiste Formel Vau-Teams fanden statt des Kaiserwetters der vergangenen Jahre eine besonders nachhaltige Variante des Salzburger „Schnürlregens“ vor. Der legte sich vorübergehend am Freitag zum Fahrerlageraufbau und für die Trainingssessions. Samstag und Sonntag gab es für die 36 Starter dann allerdings ziemlich viel mehr davon.
Nach der vorabendlichen Dusche von oben hatten es die Teams zunächst schwer, sich auf dem nicht ausreichend zur Verfügung gestellten Fahrerlagerplatz zu organisieren. Nachdem sich die Partie dann leidlich zusammengerüttelt hatte und Papier- und technische Abnahme abgeschlossen waren, ging es um 15.00 Uhr ins freie Training und bereits um 16.30 Uhr ins Zeittraining für die Gleichmäßigkeitsläufe der nächsten Tage. Das ließ den Teams kaum Zeit für technische Änderungen und reichte in einigen Fällen nicht, um die Batterien ausreichend aufzuladen.

Markus Huber fuhr im wassergekühlten Kaimann des Huber Teams (mit Vater Formel Vau Europameister 1967 Günther Huber als Teamchef) bereits im freien Training die schnellste Runde des Wochenendes. Folgen konnte zunächst noch der Schweizer Max Kohler im Ralt, allerdings sollten ihn fortan technische Probleme mit der Benzinzufuhr beschäftigen und einbremsen.
Insofern ging Platz 2 an den Holländer Rob van Hoorn im luftgekühlten Kaimann. Nachdem der Mann mit der weiten Anreise im freien Training den neuen Motor eingefahren hatte, lief es für ihn richtig gut. Und das heißt gleichmäßig schnell, wie sich zeigen sollte. Auf Platz 3 folgte dann der Linzer Rudi Raml im Ralt, vierter wurde Joe Welzel im modernen DRM der Klasse 7. Es folgte dann die Startreihe der Routiniers mit Urgestein Fred Hoenle im Kaimann (Klasse 4) und Clubmeister Manfred Benninger (Mega, Klasse 7) mit ansehnlichen 82 Lenzen und nach wie vor schnellen Zeiten. Wie so oft stellte Robin Kluth seinen österreichischen Hick-Einvergaser (Klasse 2) in die Top-Ten. Dies Kunststück gelang diesmal auch Alois Brandstätter (Platz 10). Die beiden Royales von Wolfgang Rafflenbeul (Klasse 5) und Thomas Schmidt (Klasse 4) komplettierten mit P 8 und P 9 die TOP 10.
Dahinter sortierte sich das Formel Vau-Feld. In Reihe 7 demonstrierten die Haslers aus der Schweiz mit Vater Christoph im Lola und Tochter Fiona im Fuchs Super Vau, dass Formel Vau Familiensport ist. Das zeigt u.a. auch das Huber-Team, das Havermans-Team aus Luxemburg – diesmal nicht am Start – und das Team Hofbeck aus dem fränkischen Hilpoltstein. Vater Dieter hatte diesmal das Glück des Älteren und lief im Zweivergaser-Fuchs im Training auf Rang 17 ein. Sascha Hofbeck dagegen laborierte das gesamte Wochenende beim ersten Einsatz in der Serie im neu erworbenen modernen GAC an Elektrikproblemen – und schaffte es leider nie auf die Strecke. Sascha ist einer der Nachwuchspiloten der Serie. Diese werden vereinsseitig im kommenden Jahr dadurch gefördert, dass die dem Verein gestiftete Jugendförderung der Firma Eickemeyer in 10 Fahrerlehrgänge für FahrerInnen unter 25 Jahre investiert werden wird.
Technikbedingt zusammenpacken mussten nach den Trainingssessions leider Thomas Matzelberger (Austro Vau), Thomas Hanel und der Wiener Alfi Przihoda (beide Kaimann).
Die Mehrgenerationen-Serie bekam dann allerdings erst einmal (wieder) eine ordentliche Dusche ab, die kaum etwas trocken bleiben ließ. Wobei die Witterungsbedingungen am Samstag während des Laufes noch zu den besten des Tages gerechnet werden müssen. Anderen ging es noch nasser rein. Weitgehend störungsfrei verlief angesichts des doch leicht unfreundlichen Wetters der 1. Wertungslauf. Einige Dreher, ein dauerhafter Kiesbettbesuch mit Ausfall von Vorstand Wolfgang Rafflenbeul und ein leichter Einschlag des DRM von Stefan Wind waren die einzigen Zwischenfälle. Der leicht ondulierte moderne Formel Vau von Neueinsteiger Wind konnte bis zum zweiten Lauf wieder gerichtet werden. Schrauben erwärmt immerhin. Denn auch die Temperaturen stürzten merklich ab.
Der Gemütlichkeit tat dies keinen Abbruch. Beim geselligen Teil im Formel Vau-Zelt mit österreichischen Spezialitäten und zeitgenössischer und aktueller Filmschau stand nicht das Wetter in der Poleposition der Gesprächsthemen, sondern die Historie der Serie. Die Videos von der Demonstration der Formel Vau auf der Nürburgring Nordschleife regten Nordschleifenkenner Günther Huber (Formel Vau Europameister 1967) und Gast Hannelore Werner-Hennerici zu vielen Geschichten von damals an. Garniert wurden diese dann vom klassischen zeitgenössischen Formel Vau-Film, bei dem Rainer Braun Ende der 1960-er-Jahre das Kameraauto über Nord- und Südschleife des Nürburgrings treibt. Als Fahrzeug diente ihm damals ein Olympic. Mitglied und selbst im Olympic Aktiver Franz Kapeller hatte am Salzburgring ein kleines Olympic-Treffen organisiert. Neben der damaligen Werks-Spitzenfahrerin Hannelore Werner-Hennerici waren die Techniker des MAHAG-Teams aus München, das 1969 den Europameistertitel errang, vor Ort. Motorenmann Werner Haberhauer und Fahrwerksspezialist Franz Janker. Letzterer ließ es sich nicht nehmen, den Kapeller-Olympic nach langen Jahren bei den freitäglichen Tests selbst zu bewegen. Zudem mit vor Ort Tom Eder, der vor seiner Zweivergaser-Kaimann-Zeit im Münchner Erfolgsmodell Olympic unterwegs war.
Auf der gut bewässerten Strecke unterwegs waren die verbliebenen Formel Vau-Piloten dann wieder am Sonntagvormittag. Nach zwei Einführungsrunden hinter dem Leading Car der Serie, dem Rennkäfer von Boxershop-Chef Toni Seemeier, ging es hinein in die beeindruckende Gischt. Durch besonnenes Herangehen aller Piloten ging der verwässerte Lauf völlig ohne Zwischenfälle über die Wasserrutsche. Drei Dreher waren die einzigen Vorkommnisse – eher sehr wenig für einen Formel-Lauf im Regen. Als besonders tückisch für die Piloten erwiesen sich die Sturzbäche, die insbesondere auf der langen Bergauf-Gegengeraden quer über die Strecke rannen. Hier ist Aquaplaning an der Tagesordnung und während der Phase ohne Fahrbahnkontakte sind jegliche Fahrzeugbewegungen folgenreich, denn nach Wiedererlangung des Bodenkontaktes endet die Fuhre zwangsläufig neben der Strecke – und das heißt hier: in den Leitplanken. Das kam bei der Formel Vau nicht vor. Großer Applaus empfing die tapferen Regenrenner der Formel Vau nach dem Ende des Laufs.
Die abschließende Siegerehrung begann mit einem traurigen Teil. Am Donnerstag vor den Salzburgring-Läufen war unser finnisches Clubmitglied Toivo Hämäläinen bei einem Verkehrsunfall in Thailand ums Leben gekommen. Ebenfalls kürzlich verstorben ist der ehemaligen Aktive Jack Verboom aus den Niederlanden. Die Anwesenden gedachten ihrer verstorbenen Sportfreunde mit einer Schweigeminute. Die Historische Formel Vau Europa wird ihnen ein ehrendes und lebendiges Andenken bewahren.

Der sportliche Teil der Siegerehrung sah für den ersten Wertungslauf als Dritten der Gesamtwertung Kaimann-Werksfahrer Karl Holzinger (Klasse 4) hinter dem Zweiten Dieter Hofbeck im Fuchs Zweivergaser der Klasse 3. Sieger wurde Robin Kluth im österreichischen Hick (Klasse 2). Ein Blick auf die Strafpunkte zeigte Beeindruckendes. Robin Kluth schaffte es, seine Referenzrunde in den drei gewerteten besten Runden lediglich um 450 Tausendstel zu verfehlen: 1:58.587, 1:58.600 und 1:58.867 standen der Referenzrunde von 1:58.528 gegenüber. Das beeindruckte selbst die Gleichmäßigkeitsspezialisten im Kreise der Formel-Vau-Piloten. Im zweiten Lauf fuhr der junge schnelle Mann auf Platz 5.
Auf dem Podium dieses 8. Meisterschaftslaufes trafen sich Franz Kapeller (Olympic, Klasse 3), Rob van Hoorn (Kaimann, Klasse 4) und Rudi Raml als Sieger im Ralt (Klasse 5). Der hatte im ersten Lauf seine gute Wertung verloren, weil er entgegen dem Serienreglement, das bei „Wet-Race“ Regenreifen vorschreibt, auf Slicks an den Start gegangen war. Im zweiten Lauf revanchierte sich der Altenberger – auf Regenreifen.
Die im Salzburger Land vorne platzierten Fahrer rechnen sich nun beste Chancen für den Mathé-Wanderpokal aus, der in diesem Jahr erstmalig ausgelobt wird. Am Red Bull-Ring Ende September fallen dann sowohl in der Serie wie auch für den eindrucksvollen Wanderpokal die Entscheidungen.
Nach der Siegerehrung wurde es dann trocken, sodass der Abbau immerhin „in trockenen Tüchern“ gemacht werden konnte.
Alle Ergebnisse vom Salzburgring hier.

Frank Orthey

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

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