09/05/17

Bosch Race Red Bull Ring

Wasserspiele in der Steiermark: “Bullet proofed Formel Vau” zu Gast beim Bosch Race am Red Bull Ring in Spielberg

Spielberg in der Steiermark, mitten im grünen Herzen Österreichs gelegen, begrüßte dieses Mal 25 Teams am Freitag mit einem Regenschirm in der Hand. Auf 661 Meter Seehöhe ist man auch im September in Österreich vor Überraschungen nicht sicher. Wer den Wetterbericht studiert hatte, war vorsorglich mit Regenreifen und einer warmen Jacke im Gepäck nach Spielberg angereist. Immerhin gab es diesmal keinen Schnee. Diese Delikatesse hatten wir schon 2016 im April verkostet.
Bereits am Donnerstag trafen die ersten Teams aus der Schweiz, Deutschland und Österreich im Fahrerlager ein. Für ihre frühe Anreise wurden sie mit dem letzten lauen Sommerabend des Jahres belohnt. Auch eine kleine österreichische Abordnung aus 5 Fahrern checkte am Red Bull Ring ein und versuchte natürlich, den Heimvorteil optimal zu nutzen.
Die Strecke präsentierte sich in einem perfekten Zustand. Auf den Red Bull Ring sind die Österreicher besonders stolz, finden hier doch seit ein paar Jahren wieder regelmäßig die Weltmeisterschaftsläufe der Formel 1 und seit zwei Jahren auch wieder Moto GP Rennen statt. Mitten in der grünen Natur steht der Ring in keinem Widerspruch zum Naturschutz, belebt seit seiner Erneuerung nachhaltig die steirische Wirtschaft und tut dem Tourismus besonders gut.
Aufgrund der schlanken Teilnehmerzahl der DMV-Formel Vau war es diesmal eine leichte Sache, alle 25 Fahrzeuge in einem Feld starten zu lassen.

Freitag, pünktlich um 17.00 Uhr öffnete dann der Wettergott seine Schleusen und ein  Wolkenbruch prasselte auf die am Vorstart Wartenden nieder. Bereits nach einer Runde Training fühlten sich so manche Fahrer wie in einer Badewanne sitzend, nass vom Kopf bis in die Zehenspitzen. Eine Ölspur auf der Rennstrecke brachte in der ersten Runde die rote Flagge und alle mussten zurück in die Box. Von dort wurde das Training neu gestartet, der Wolkenbruch war zwar vorbei, aber die Strecke rutschig und mit beschlagenem Visier kämpfte man sich Walzer tanzend, aber unfallfrei durch das Training.
Das abendliche Vergnügen spielte sich dann im Fahrerlager ab, und wer eine Heizung hatte, zählte zu den Glücklichen. Während Rennanzug und feuer- aber nicht regenfeste Unterwäsche zum Trocknen hingen, war im warmen Zelt von Franz Kapeller der Stammtisch für Benzingespräche bis „kurz nach“ Mitternacht geöffnet.
Samstags startete dann bereits um 08.00 Uhr das Qualifying, das bei schon gewohnten Regenbedingungen diszipliniert über die Runden ging. Aber auch hier gab es in der ersten Runde die rote Flagge, weil ein Fahrzeug geborgen und ins Fahrerlager zurück gebracht werden musste. Danach drehten die Vau-ler und Super-Vau-ler ihre Qualifikationsrunden ohne weitere Zwischenfälle. Max Kohler aus der Schweiz im wassergekühlten Ralt (Klasse 5) blieb als einziger (deutlich) unter der 2-Minuten Grenze und sicherte sich die Poe-Position vor Joe Welzel (DRM, Klasse 7) und Rüdiger Mager (Lola, Ex Jo Gartner, Klasse 5). Auf P 4 der Senior der Serie Manfred Benninger im Mega (Klasse 7), der mit 84 Lenzen immer wieder zeigt, wie jung Formel Vau-Fahren macht und hält. Dahinter dann Franz Kapeller (A) im Ex-Jo Gartner-Kaimann als schnellster luftgekühlter Super Vau der Klasse 4, gefolgt von Serienkoordinator Tom Eder im Tatuus (Klasse 7), Sascha Hofbeck im Gac (ebenfalls Klasse 7), dem fliegenden Holländer Rob von Hoorn (NL, Kaimann, Klasse 4) und Leo Sommer (RSM Tasco, Klasse 4). Die Top 10 komplettiert als schnellster Zweivergaser Wendelin Egger auf seinem Zöllner-Kaimann (Klasse 3), der seine beiden „Klassenkameraden“ und Markenkollegen Bernhard Zimmermann aus Wien und Marco Wittkuhn hinter sich lassen konnte. Auf P 13 dann der amtierende Meister Robin Kluth als schnellster Einvergaser im österreichischen Hick (Klasse 2). Eine tolle Leistung zeigte die junge Luxemburgerin Sarah Havermans, die in der Klasse 1 der ältesten und leistungsschwächsten Fahrzeuge im Feld startet. Sie stellt ihren Apal auf eine eindrucksvolle Position 20!
Der Vorteil des frühen Starts ins Qualifying brachte den Fahrern dann fast einen freien Tag, an dem sie völlig stressfrei den Rennen beim Histo Cup zuschauen konnten.


Am Sonntag um 08.30 Uhr erwartete uns ein noch von der Nacht nasser und kalter Red Bull Ring. Was an zwei Tagen Training und Qualifying ausgiebig geübt werden konnte, wurde bei der ersten Wertung perfekt angewendet. Eine defekte Ventildrehschraube vom Kaiman Marco Wittkuhns war die Ursache für die Verteilung eines gleichmäßigen Öl-Wasser-Gemisches über fast die gesamte Strecke. Das Walzertraining am Vortag erwies sich auch hier wieder als sehr vorteilhaft, denn bis auf einige harmlose Dreher passierte den Fahrern nichts und sie meisterten diese sehr schwierige Situation mit Bravour. Insgesamt siegte in unserer anspruchsvollen Gleichmäßigkeitswertung, in der der Fahrer mit seiner schnellsten Runde die Referenzzeit setzt, unter schwierigen Bedingungen Sarah Havermans im Klasse 1 Apal und zeigte wieder mal ihre fahrerische Klasse. Sie verwies den Salzburger Thomas Matzelberger im Austro Vau und den Meister Robin Kluth auf die Plätze. Die Klassensiege gingen an Sarah Havermans (Klasse 1), Thomas Matzelberger (Klasse 2), Nick Ohlinger (Klasse 3), Joachim Ohlinger (Klasse 4), Max Kohler (Klasse 5) und Joe Welzel (Klasse 7).


In der Zwischenzeit geschah, was niemand mehr zu hoffen gewagt hatte: die Wetterlage verbesserte sich deutlich, die Temperaturen stiegen an und sogar kleine blaue Himmelfenster öffneten sich über dem Spielberg. Genug Zeit, um die Regenreifen auf Slicks umzustecken und die Fahrzeuge nach der öligen Fahrt am Morgen zu putzen. Die Streckenleitung war so freundlich und schickte uns dann wirklich noch die Sonne vorbei. Bei perfektem Rennwetter waren am Vorstart weder Sonnen- noch (wie bisher ;-) Regenschirme notwendig und der zweite Wertungslauf startete pünktlich um 13.25 Uhr. Es machte den Fahrern sichtlich Spaß, nun die Fahrzeuge bei schönen und trockenen Bedingungen über die Runden zu bringen. Leider hatte Markus van Haken großes Pech als an seinem 1968-ger Kaiman der Motor platzte. Weitere Ausfälle in der zweiten Wertung waren Rob van Hoorn und Joe Welzel. Sigi Filthaut hatte ebenfalls ein technisches Problem mit seinem Fuchs und musste den zweiten Lauf frühzeitig beenden.
Die Gesamtwertung sicherte sich diesmal der Zweitplatzierte des ersten Laufes Thomas Matzelberger (A, Austro Vau, Klasse 2) vor Rüdiger Mager (D, Lola, Klasse 5) und Marco Wittkuhn (D, Kaimann, Klasse 3). Die Klassensiege gingen diesmal an Sarah Havermans, Thomas Matzelberger, Marco Wittkuhn, Franz Kapeller, Rüdiger Mager und Manfred Benninger. Gratulation an alle Sieger und Platzierten des Wochenendes und Dank an alle Fahrer für ihre umsichtige und disziplinierte Fahrweise. Und für die rundum gelungene Präsentation der Historischen Formel Vau!


Damit fand ein wettermäßig doch etwas durchwachsenes und anspruchsvolles Wochenende seinen versöhnlichen Abschluss. Die Formel Vau-ler hoffen nun, dass das Finale am Salzburgring (22. – 24.09.2017) ihnen Kaiserwetter statt Schnürlregen beschert. Die Regendosis ist eigentlich für die Saison jetzt gut ausgeschöpft ;-)


Alle Ergebnisse hier.
Bewegte Bilder gibt es auch auf unserer Facebook-Seite

Text: Klaudia Schrattenecker/Frank Orthey
Fotos (auch in der Diashow): Dirk Hartung, autosport.at, Klaudia Schrattenecker


Partner/Unterstützer

Mathé Additive

Mathy

NTN SNR

NTN SNR

Oldesloer

Haenel

Ravenol

Ravenol    

Ravensberger
Schmierstoffvertrieb GmbH

Hoosier Rennreifen

Hoosier Rennreifen

Wittkuhn Tuning

Wittkuhn


Neu: Das Formel-Vau-Quartett
> Hier bestellen

Das Formel-Vau-Jubiläumsbuch
> Jetzt bestellen!




Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR)


Weitere News

Das Formel Vau-Quartett bestellen

Das Quartett ist zum Preis von 8 Euro inklusive Versand erhältlich. Zwei Quartetts zum Sonderpreis von 14 Euro (inkl. Versand).

Senden Sie eine E-Mail mit der gewünschten Anzahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an quartett@formel-vau.eu.