50 Jahre Formel Vau am Norisring

Vor 50 Jahren startete die Erfolgsgeschichte der Formel Vau am Norisring – am kommenden Wochenende kehrt sie im Rahmen des DTM-Wochenendes auf Einladung des MCN zurück!

Wie es dazu kam ...

Nachdem Ferry Porsche und der damalige Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein die Vision einer europäischen Einsteigerrennserie nebst 12 Formel Vau-Fahrzeugen aus den USA mit nach Deutschland gebracht hatten, gingen die Autos mit prominenten Fahrern auf Promotion-Tour.

Mit dabei waren damals u.a. Rolf Stommelen, Gerhard Mitter, Willi Kauhsen oder Udo Schütz. Sie sollten die Formel Vau mit ihrer Bekanntheit und mit Seriosität aufwerten. Denn nicht immer wurden die etwas seltsam anmutenden Krabbeltiere mit Käfertechnik ernst genommen. Beim ersten Auftritt Im Rahmen des damals sehr bekannten Eberbacher Bergrennen sollen die Zuschauer sogar lauthals Schiebehilfe angeboten haben. Doch bald verstummten die Skeptiker. Das lag an der doch für viele überraschenden Leistungsfähigkeit der nur 375 kg schweren Wagen, aber es lag auch an der ausgefuchsten Strategie der Promotoren. Nicht ganz zufällig lockte Huschke von Hanstein öfters mal Journalisten ins Cockpit. Am Norisring erwischte es den als Streckensprecher anwesenden Rainer Braun, später als „Stimme der DTM“ bekannt geworden. Gekonnt von Herrn von Hanstein provoziert, nun können er mal zeigen, ob sich hinter seinen frechen Kommentaren auch ein solider Hintergrund befinde, ließ er sich im voluminösen Cockpit eines Formcars nieder. In Schlipps und Kragen, seiner Arbeitskleidung als Streckensprecher. Den viel zu großen Helm steuerte der spätere Ford- und BMW-Rennleiter Jochen Neerpasch bei. Der Journalist Braun kam so zu seinem ersten Autorennen, wurde stolzer Fünfter und blieb der Formel Vau und Super Vau bis heute verbunden. Und viel geschrieben hat er natürlich auch über sie. Ein Schelm, wer glaubt, das sei nicht Bestandteil des von Hanstein’schen Kalküls gewesen.

Nach 50 Jahren kehrt die Formel Vau und Super Vau an den Norisring, den Ort des 1. offiziellen Rennens in Europa, zurück. Und natürlich auch Rainer Braun. Er wird die Demonstrationsläufe im Rahmen des diesjährigen DTM-Wochenendes kommentieren. Zu sehen bekommt das Duo in der Sprecherkabine viele Bekannte von damals. Im rund 50 Fahrzeuge starken Feld mit dabei sein werden einige der Protagonisten der ersten Jahre, die oft auch heute wieder in der Historischen Formel Vau Europa aktiv sind. Allen voran Kurt „Master“ Bergmann, Lauda und Rosberg-Entdecker und Teamchef von Kaiman-Racing aus Wien. Das Team ist mittlerweile wieder auferstanden und der legendäre Teamchef immer noch begeistert dabei. Am Norisring gibt der 86-jährige einem seiner damaligen Piloten ein Cockpit in der Super Vau: Dieter Quester greift ins Volant. Verstärkt wird das Kaimann Team vom ehemaligen Porsche Rennleiter Manfred Jantke, der den Ex-Jochen Mass-Kaimann des Teams um Eberhard Winkler pilotieren wird.

Zu den ganz schnellen Österreichern gehörte ab Mitte der 1960-er Jahre auch Günther Huber, der die österreichischen Farben gemeinsam mit Jochen Rindt erfolgreich bei den inoffiziellen Formel-Vau-Weltmeisterschaften auf den Bahamas vertrat. 1967 wurde er Europameister – und gewann damit auch einen VW-Käfer. Gemeinsam mit seinen Söhnen bringt er zwei Fahrzeuge an den Start: seinen frühen Beach – sowie einen der letzten Kaimann-Super Vaus mit wassergekühltem Motor.

Der Liechtensteiner Manfred Schurti gewann 1972 das Rennen der Formel Super Vau am Norisring im Royale – und kehrt in seinem originalen Austro Vau, dem „Hilti-Werkswagen“ zurück, den er Ende der 1960-er-Jahre pilotierte. Walter Löffelsender, Deutscher Formel-Vau-Meister 1973, bringt einen MoTuL-Super Vau an den Start, den sein Vater einst konstruierte (MoTuL steht für Motoren Tuning Löffelsender). Mit dem Augsburger Architekten Fred Hoenle ist ein weiterer Starter der wilden 1970-er-Jahre dabei. 1972 als 8. im Ziel, ist er seither nahezu ununterbrochen bis heute in der Formel Super Vau unterwegs.

Beim Legendtalk am Samstagnachmittag werden viele Urgesteine der bunten Formel Vau-Szene erwartet – und auch Nachfahren und Nachfolger im Cockpit. Die Familie Kottulinsky wird sich um den ATS-Lola versammeln, den der verstorbene Freddy Kottulinsky zum nahezu unschlagbaren Siegfahrzeug entwickelt hatte. Susanne Kottulinsky, einst auch hierzulande eine sehr erfolgreiche Rallyefahrerin kommt mit nachwuchs. Vermutlich wird Fredrik Ahlin-Kottulinsky, der in der WRC 2 unterwegs ist, für einmal ins Cockpit des Rennautos seines Opas schlüpfen. Mikaela, seine Schwester, wird auch dabei sind – auf der Strecke tritt sie im Audi TT-Cup an.

Die Zuschauer am Norisring sehen „die ganze Geschichte der Formel Vau“ beginnend bei den frühen Formel-Vau-1300-Fahrzeugen (1964 – 1976) bis zu den Formel Super Vau-Fahrzeugen, die ab 1972 Weiterentwicklung der Formel Vau antraten. Die Idee kam wieder aus den USA. Ein Chassis auf Formel 3 Niveau mit VW-Typ 4 Motor ausgestattet, das war das einfache Konzept, das bis 1982 trug, zuletzt mit wassergekühlten Golf-Motoren. Und selbst bis in die Gegenwart reicht die Idee, die Anfang der 1960-er Jahre in den vereinigten Staaten Form annahm. „Motorsport für Jedermann“ wird heute mit modernen Formel Vaus u.a. noch in Südafrika oder in den USA betrieben. Auch diese modernen Fahrzeuge sind zu sehen. Und damit „die ganze Geschichte der Formel Vau“, der ehedem weltweit größten Nachwuchsrennserie. Viel zu erzählen gibt es also beim Legenden-Talk am Samstag, sicher auch garniert mit der ein oder anderen der zahllosen Anekdoten von damals.

Im Feld zu sehen sein wird übrigens auch eines der ersten 12 Fahrzeuge, die 1965 mit dabei waren. Ein Formcar im Originalzustand wird vom Stuttgarter Journalisten Tobias Aichele an den Start gebracht.

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

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