FV-Gp 2014: Saisonbericht eines Neueinsteigers

Erste technische Abnahme im April in Hockenheim
Erster Vorstart
Erstmalig: Mittendrin statt nur dabei
Erfolg in Zandvoort

Mein erstes Jahr in der Formel Vau!

Von Stephan Gremler

Ich habe im Laufe der letzten 30 Jahre, in denen ich mich für historische Automobile und Motorräder interessierte, sicher schon einiges über die Formel Vau in der einschlägigen Presse gelesen und an den Rennstrecken gesehen. Besonders fasziniert hat mich dann aber die von Volkswagen Motorsport initiierte Aktion „50 Jahre Formel Vau in Daytona, USA“ Anfang 2013. Für Volkswagen bedeutet diese Veranstaltung den Ursprung einer bis heute andauernden erfolgreichen Motorsport-Tradition. Tolle Berichte, tolle Fotos. Beneidenswert, wer dabei sein konnte. Aber für mich? Nee, danke. Zu teuer, zu kompliziert, zu weit, zu gefährlich. Da schraube ich lieber weiter an meinen Straßenautos.

Im Juli 2013 verkaufe ich recht spontan meinen wunderschönen Triumph GT6 und habe plötzlich eine leere Garage. Ein Käfer soll es werden, am liebsten ein Cabrio für entspannte Touren an sonnigen Sonntagen. Die Suche beginnt: einschlägigen Portale werden durchsucht, Preise verglichen, Besichtigungstermine gemacht. Zu blöde ist allerdings, dass auf einer bekannten Versteigerungsplattform immer wieder dieser Formel Vau auftaucht, immer zwischen den Käfer Angeboten. Ein schwedischer RPB. Woche für Woche wird das tolle Teil nicht versteigert und weckt damit immer mehr mein Interesse. Der Preis fällt, der Text des Anbieters ist blumig; ich lese das Angebot bestimmt fünfzigmal und sehe mir die professionellen Bilder an. Dann der Entschluss: Wenn der Preis auf mein persönliches Limit für dieses Spielzeug sinkt, steige ich ein. Keine Vorabbesichtigung, kein Vorabtelefonat, keine weitere Recherche! Hier die notwendige Warnung! Bitte nicht nachmachen, das geht bestimmt in die Hose. Am Sonntag den 28.07.2013 um 14:28 Uhr während einer Formel 1 Übertragung haue ich mein Limit ins Netz, eine Minute später bin ich der Höchstbietende. MIST! Am 29.07. wird Urlaub genommen, ein Hänger geliehen und es geht auf die Reise zum Verkäufer. Dabei ist mein Sohn Jannis, der am gleichen Tag Geburtstag hat. Die Beschreibungen aus dem Netz erweisen sich als „optimistisch“. Dennoch, nichts was nicht zu bewältigen wäre. Ist doch nur VW Technik aus den 60igern. Und eigentlich will ich ja nur spielen.
Plötzlich steht nun ein echter Rennwagen in der Garage.

Gesamter Bericht hier.

FV-Gp-Saisonbericht 2013

In der Steilkurve von Daytona (Foto: Volkswagen Motorsport)
Volles Feld am Salzburgring (Foto: Josef Mayrhofer)

Wie kann preisgünstiger Motorsport mit Monoposto-Rennwagen möglich werden?

Als Antwort auf diese Frage entstand in den 1960-er Jahren in den USA die „Formula Vee“. Das zufällige Zusammentreffen des deutschen Josef Hoppen und des Amerikaners Hubert L. Brundage 1957 in Florida führte 1959 zum „Brundage Formel Junior“, der dann als Auftragsarbeit in Italien als „Nardi“ realisiert wurde - mit dem schon erkennbaren Formel Vau-Konzept. 1963 fand die erste US-Formula-Vee-Meisterschaft statt. Begeistert von der amerikanischen Idee und mit Unterstützung des damaligen US-VW Chefs Dr. Carl Hahn nahmen Ferry Porsche und der damalige Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein 1965 die Vision einer europäischen Einsteigerrennserie nebst 10 Formel Vau-Fahrzeugen aus den USA mit nach Deutschland und schickten diese auf Promotion-Tour. Der Rest ist Geschichte: Es entstand die größte Nachwuchsrennserie, die es weltweit jemals gegeben hat. Riesige Starterfelder mit bis zu 70 Fahrzeugen stürzten sich in haarsträubende Schlachten. „Lebe wild und gefährlich“ – so benennt der Journalist Rainer Braun, selbst erfolgreicher Formel Vau-Pilot der ersten Stunde den Slogan der „wildesten Rennserie aller Zeiten“.

Als die Käfertechnik an ihre Grenzen geriet, wurde die Formel Super Vau etabliert, deren Idee wiederum aus den USA kam: quasi ein Formel 3-Rennwagen mit einem 1600er VW-„Typ 4“-Motors. Ab 1971 fighteten hier die kommenden Stars, u.a. die Weltmeister Niki Lauda, Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet und Keke Rosberg oder der spätere Indy-500-Sieger Arie Luyendyk um größere Aufgaben.

Heute kümmert sich die Historische Formel Vau Europa e.V. um die Bewahrung und Fortführung dieser Erfolgsgeschichte. Die Rennfahrzeuge werden nach den zeitgenössischen Reglements in Verbindung mit dem Anhang K des Internationalen Sportgesetzes eingesetzt und europaweit in Gleichmäßigkeitsläufen der FV-Gp-Serien präsentiert. Rund 220 Mitglieder aus 11 Ländern verfügen aktuell über gut 100 Formel Vau und Super Vau-Rennfahrzeuge. Die Starterzahlen auf namhaften europäischen Rennstrecken liegen zwischen 25 und 55 Fahrzeugen.

Dabei wird die ganze Geschichte der Formel Vau präsentiert: Von den frühen Einvergaserfahrzeugen aus den 1960-er Jahren (Klassen 1 und 2), den Zweivergaserfahrzeugen (Klasse 3), über die luft- und wassergekühlten Super Vaus (Klassen 4 und 5) erstreckt sich das Spektrum der gezeigten Rennwagen bis zu den „modernen“ Formel Vaus (Klassen 6 und 7), wie sie noch bis 2010 in einer aktueller Serie eingesetzt wurden. Nun runden sie als Gastklasse das historische Feld ab. Das ermöglicht es „die ganze Geschichte der Formel Vau“ in einem Feld zu zeigen – weltweit einzigartig!

Die FV-Gp wurde 2013 in zwei nationalen Clubsportmeisterschaften ausgefahren: Die FV-Gp-Deutschland als DMV Meisterschaft mit Läufen in Hockenheim (zweimal), dem Nürburgring und in Zandvoort. Unter der Sporthoheit der OSK in Wien wurde eine österreichische FV-Gp-Austria-Meisterschaft ausgefahren: am Red Bull-Ring und am Salzburgring gingen die Vau-Boliden im Rahmen der Veranstaltungen des Histo Cup Austria auf ihre anspruchsvollen Gleichmäßigkeitsprüfungen. Es war die erfolgreichste Saison der Historischen Formel Vau bislang überhaupt. Insgesamt 78 Starter gingen auf die Pisten bei beiden Serien, durchschnittlich waren es 39 Fahrerinnen und Fahrer, die am Start standen!

Gesamter Saisonbericht hier.

FV-Gp-Saisonbericht 2012

Tolles Feld
Tolle Truppe

Die Historische Formel Vau Europa ist die Gemeinschaft der Formel Vau und Super Vau-FahrerInnen in Europa. Der gemeinnützige Verein mit aktuell ca. 210 Mitgliedern aus 11 Ländern pflegt und bewahrt Geschichte und Technik dieser Erfolgsstory. Die Starterzahlen liegen zwischen 20 und 50 Fahrzeugen. Insgesamt befinden sich aktuell ca. 100 rennfertige Fahrzeuge im Besitz der Clubmitglieder. Durchschnittlich starteten in der Saison 26 Formel Vau und Super Vau-Piloten bei den Läufen, insgesamt fuhren übers gesamte Jahr 61 FahrerInnen in die Punktewertung.

Das anspruchsvolle Gleichmäßigkeitsformat der Historischen Formel Vau Europa e.V. war 2012 wieder in zwei offiziellen Clubsportserien als FV-Gp (Formel Vau Gleichmäßigkeitsprüfung) vertreten: die österreichischen und holländischen Läufe werden unter Österreichischer OSK-Flagge gefahren, die deutschen unter dem Dach des Deutschen Motorsport Verbandes (DMV). Zwischen März und Oktober treffen sich die aktiven Formel-Vau- und Super-Vau-FahrerInnen an 6 Wochenenden auf namhaften europäischen Rennstrecken: am Red-Bull-Ring (A), in Zandvoort (NL), in Hockenheim, in Oschersleben, auf dem Salzburgring (A) und dem Nürburgring.

Das anspruchsvolle Gleichmäßigkeitsformat der FV-Gp ermöglicht es allen Aktiven, die Rennfahrzeuge ihrer Motivation, ihren Ambitionen und ihren Fähigkeiten angemessen zu bewegen.

Gesamter Saisonbericht hier.

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Die Historische Formel Vau ist eine Serie im Rahmen der

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