Posted On 25/09/2022 By In Highlights, News/ Berichte With 631 Views

Gelungene Premiere in Assen

Zum ersten Mal fand im September die Classic GP in Assen statt. Neben hochkarätigen Rennserien wie der Gruppe C Supercup, Jacks GP, historische Tourenwagen, dem Kampf der Zwerge und wundervollen Rennmotorrädern von 1949 bis 1999 hatte sich auch die Historische Formel Vau mit einem gut besetzten Starterfeld in Assen angemeldet.

Trotz des eher frühherbstlichen Wetters strömten zahlreiche Besucher zur Premiere der Classic GP. Und auch einige Stars waren anwesend. Die niederländische Motorsportlegende Tom Coronell gab Interviews und Autogramme, Le Mans-Gewinner Gijs van Lennep schlenderte durchs Fahrerlager und der 15-fache Motorrad-Weltmeister Giacomo Agostini und 7-fache Weltmeister Phil Read stiegen zur Freude der Zuschauer wieder auf ihre alten Yamahas.

Das die Strecke so ihre Tücken hat, bemerkten die Fahrer der HFVE schon beim freitäglichen freien Training. Früh morgens waren die Temperaturen kühl und die Strecke noch leicht feucht.
Trotz aller Vorsicht kam es zu sehenswerten Drehern. Dank der üppigen Auslaufzonen, die für aktuelle Rennmotorräder ausgelegt sind, kam es aber zu keinen ernsthaften Schäden.

Am Freitag nachmittag ging es dann zum Qualifiying auf die deutlich trockenere Strecke. Am besten kam mit Strecke und Bedingungen Joe Welzel (DRM, Klasse 7) zurecht. Er zauberte eine tolle Runde mit 2:01.880 auf den Asphalt. Dahinter gleich „Lokal-Matador“ Mark Spanbroek mit seinem wunderschönen Brut-Kaimann (Klasse 3, 2:03.528) und dann – zur eigenen Überraschung – Markus Theuer im Klasse 4-Lola T324. Bester Klasse 5-Fahrer war Walter Müller (Ralt), in Klasse 2 duellierten sich einmal wieder Michael Knebel (Austro Vau, 2:13.185) und Tim Renn (Olympic, 2:14.407) um die beste Startposition der Klasse 2. In Klasse 1 war es für Calvin Stauff (Autodynamics) nicht ganz so schwer, er war der einzige Starter dieser Klasse an diesem Wochenende.

Der Startplatz ist das eine, gepunktet wird aber bei der Formel Vau ja nur in den Gleichmäßigkeitsläufen, die am Samstag und Sonntag stattfanden. Und hier zählt nicht die Position auf der Strecke, sondern das gleichmäßige Erreichen vom Rundenzeiten. Das gelingt am besten, wenn man das Optimale aus fahrerischem Können und der perfekt eingestellten Boliden herausholt.

So ging es dann am Samstag bei gemischten Bedingungen zum ersten Wertungslauf auf die Strecke. Immer wieder wechselte sich im Laufe des Tages Regen mit sonnigen Abschnitten und einer frischen Nordseebrise ab. Insbesondere die Fahrer der höheren Klassen, die vor „Fahrtantritt“ zwischen Slicks und Regenreifen wählen müssen, eine Herausforderung. So drehte sich Markus Theuer schon in der Einführungsrunde auf kalten Slicks, zum Glück konnte er die Fahrt fortsetzen und war fortan gut aufgewärmt…

Zum Sportlichen: „Alleinstarter“ Calvin Stauff (Autodynamics) machte in der Klasse 1 das Rennen. Aber wie heisst es so schön: „To finish first, first you have to finish…“ Die Klasse 2 konnte Eckhardt Guhl (Burkhardt) für sich entscheiden, in der Klasse 3 gewann Mark Spanbroek (Kaimann), Bernhard Zimmermann (Kaimann) siegte in Klasse 4. Klasse 6 gewann eine Newcomerin: Stephanie Hohls (Scarab) zeigte in ihrem aller-ersten Wertungslauf Nervenstärke. In Klasse 7 siegte wiederum ein alter Formel Vau-Hase: Klaus Dober (DRM).
Die Gesamtwertung des ersten Laufs sicherte sich Mark Spanbroek (Klasse 3, Kaimann) vor Eckhardt Guhl (Klasse 2, Burkhardt) und Andreas Mundt (Klasse 3, Killroy), der mit seinem „neuen“ Einsatzfahrzeug immer besser zurecht kommt.

Am Sonntag zeigte sich das gleiche Bild: Das Wetter sorgte für die ein oder andere Kapriole. Als am Nachmittag die Aktiven der Formel Vau wieder auf die Strecke gehen sollten, war wieder mal eine gesunde Portion Vorahnung gefragt, denn die Bedingungen wechselten immer wieder von Nass auf Trocken. So ging es im zweiten Lauf bei abtrocknendem Asphalt für die Vauler auf die Strecke. Vorne wechselten sich die Klasse 3-Regenasse Mark Spanbroek, Sohn Nils Spanbroek und der „Jungstar“ der Wittkuhn-Dynastie Nick Wittkuhn von Runde zu Runde an der Spitze ab. Auch dahinter war mächtig Rennaction angesagt. So musste Dirk Kornmeyer nachdem sein Klasse 5-March schon im Qualifiying Probleme machte aufs T-Car – einen Klasse-7-Kogo – umsteigen. Was dazu führte, dass er von ganz hinten starten musste. Runde für Runde arbeitete er sich mit sehenswerten Überholmanövern und Top-Rundenzeiten nach vorne.
Wie schon geschrieben kommt es bei der Gleichmäßigkeitswertung gar nicht auf Rundenzeiten und Track-Position an, aber wer am Limit fährt, fährt auch gleichmäßig.
Die Klassenwertung des zweiten Laufs im schnellen Überblick: Klasse 1: Calvin Stauff (Autodynamics), Klasse 2: Michael Knebel (Austro Vau), Klasse 3: Nick Wittkuhn (Kaimann), Klasse 4: Bernhard Zimmermann (Kaimann), Klasse 5: Winfried Kornmeyer (March), Klasse 6: Stephanie Hohls (Scarab), Klasse 7: Dirk Kornmeyer (Kogo), die „Aufholjagd“ hat sich also gelohnt…
Zur Gesamtwertung in Lauf 2: 1. Nick Wittkuhn (Klasse 3, Kaimann), 2. Michael Knebel (Klasse 2, Austro Vau), 3. Bernhard Zimmermann (Klasse 4, Kaimann).
Ein Aktiver der HFVE fasste das Wochenende wunderbar zusammen: „Eine tolle Strecke, optimal geeignet für unsere Formel Vaus. Ich habe dazu noch nie so eine perfekte Organisation erlebt: Ob Rennleitung, Streckenposten oder Fahrerbesprechung – bis hin zu Details wie Mülleimern und Duschen. Wenn das Wetter noch ein bisschen besser mitgespielt hätte, könnte man sich kein besseres Event wünschen.“